Nach Strafstoß gegen Augsburg

Müller will keine Elfmeter mehr schießen

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Thomas Müller verschoss auch gegen Augsburg seinen Elfmeter.

München - Thomas Müller hat einfach kein Glück vom Punkt: Auch sein Elfmeter gegen Augsburg ging über das Tor. Er will die Strafstöße nun anderen Spielern überlassen.

Derby, Teil 2: Nur drei Tage nach seinem lockeren Pokalerfolg trifft der FC Bayern wieder auf den FC Augsburg. In der Liga wollen die Schwaben zu Hause mehr „Mumm“ zeigen. Zwei Bayern-Stars möchten ihre ungewöhnliche Torflaute beenden.

Mit der Chance auf eine ausgiebige Runde Schafkopf mochte sich Thomas Müller nicht groß befassen. „Wir fahren ja mit dem Bus, aber das ist nicht die Hauptsache. Wir fahren schon zum Fußballspielen nach Augsburg“, sagte Müller als einer der Kartenspiel-Profis beim FC Bayern. „Die drei Punkte wären ganz wichtig, weil wir in der Liga Verfolger haben.“ Drei Tage nach dem Achtelfinal-Einzug beim 3:1 im DFB-Pokal kommt es nun beim FCA zum raschen Wiedersehen in der Bundesliga. „Wir freuen uns auf das Spiel. Die Auswärtsfahrt ist nicht so anstrengend wie sonst. Wir müssen nicht fliegen und haben kurze Wege“, sagte Müller.

Schuster: „Jeder Fehler wird knallhart bestraft“

Nahezu ungefährdet setzten sich die Bayern am Mittwoch im Cup-Wettbewerb durch. Zwar ließen sie durch das 1:2 von Dong-Won Ji Schein-Spannung aufkommen, mehr aber auch nicht. „Ich hoffe, dass wir es am Samstag besser machen können“, erklärte Augsburgs Trainer Dirk Schuster. „Die Hauptlehre aus dem Pokalspiel ist, dass wir die Fehler abstellen müssen. Jeder Fehler wird knallhart bestraft.“

Alleine damit wird es beim Derby nicht getan sein. „Insgesamt haben ein Tick Zuversicht und Mumm gefehlt“, haderte Manager Stefan Reuter nach dem verhaltenen Auftritt in München. Mit den eigenen Fans im Rücken soll das am Samstag (15.30 Uhr) anders werden. Zwei Siege feierte Augsburg bereits gegen den übermächtigen Nachbarn im Freistaat - beide Male standen die Münchner schon als Meister fest.

Rotation im Bayern-Kader

Bei den Schwaben wird der vorsichtshalber im Pokal nicht eingesetzte Kapitän Paul Verhaegh in der Anfangsformation zurückerwartet. Nach der Großrotation am Mittwoch mit gleich acht Neuen in der Startelf wird Bayern-Coach Carlo Ancelotti seinen „tollen Kader“ wieder kräftig durchmischen. „Die Spieler sind fit, und ich möchte, dass alle motiviert sind“, sagte der Italiener und freute sich über die Rückkehr von Holger Badstuber. „Wir sind sehr glücklich über einen weiteren Spieler im Kader.“

Nach seinem x-ten Comeback ist der 27-Jährige für einen weiteren Teileinsatz bereit. „Ich bin zwar drei Wochen im Mannschaftstraining, aber Spiele sind einfach etwas anderes“, sagte der Nationalspieler. Im Gegensatz zu Badstuber könnte Javi Martínez direkt wieder ins Team rücken. Die Rückkehr von David Alaba, Xabi Alonso, Arjen Robben, Arturo Vidal und Robert Lewandowski wird erwartet. Auch Selfie-Jubler Douglas Costa hat gute Einsatzchancen.

Müller: „Kollegen sollen Elfmeter schießen“

Ancelotti muss aus seinem erlesenen Personal die richtige Anfangsformation auswählen, die Spieler im Falle des Falles auf dem Rasen den passenden Elfmeterschützen. „Ich werde mich in Zukunft auf Fußball konzentrieren und die Kollegen die Elfmeter schießen lassen“, versprach Müller nach seinem nächsten Fehlschuss vom Punkt. „Ich bin auch nur zufällig in die Rotation reingerutscht, weil Lewy, Arjen und Arturo nicht auf dem Platz gestanden sind.“

Müller wartet noch auf sein erstes Liga-Saisontor, der offenbar kurz vor einer Vertragsverlängerung stehende Lewandowski ist ungewohnterweise seit fünf Spielen in der Bundesliga ohne Treffer. Beim FCA hakt es in der Offensive aber deutlich mehr, denn bislang gelangen dem Schuster-Team nur sieben Liga-Tore. Nach seinem Torerfolg vom 1:3 in München will Dong-Won Ji nun Selbstvertrauen in das Heimspiel mitnehmen.

„Wir versuchen, in der Liga eine noch bessere Leistung zu zeigen“, sagte der Südkoreaner. „Das Pokalspiel hat uns besser auf Samstag vorbereitet.“ Man könne mit „Mut und Selbstvertrauen“ in die Partie gehen, sagte Defensivmann Martin Hinteregger. Genau diesen Mut wollen Reuter & Co. sehen.

dpa

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