Transferfenster öffnet am 1. Januar

Mit diesen Spielern könnte sich der FC Bayern im Winter verstärken

München - Beim FC Bayern läuft es noch nicht so rund wie in den vergangenen Jahren. Im Winter-Transferfenster haben die Verantwortlichen die Möglichkeit, nachzurüsten. Hier die Kandidaten. 

Das Winter-Transferfenster in Deutschland öffnet am 1. Januar 2017. Vereine, die Nachbesserungsbedarf in ihrem Kader sehen, haben dann bis zum 31. Januar um 18 Uhr Zeit, Neuverpflichtungen zu tätigen. 

Wir haben uns mit dem aktuellen Kader des FC Bayern befasst. Auch beim Rekordmeister besteht zum Teil verletzungsbedingt Handlungsbedarf - gerade in der Offensive. 

Rechtsaußen

Rechtsaußen Arjen Robben hat nach Problemen im Oberschenkel das Training wieder aufgenommen, ein Termin für seine Rückkehr steht aber noch nicht fest. Hinzu kommt, dass der Niederländer inzwischen ein fortgeschrittenes Fußballer-Alter erreicht hat. Wie schnell, und vor allem mit welchem Leistungsvermögen der 32-Jährige zurückkommen wird, muss sich erst zeigen. Ohnehin gilt Robben als sehr verletzungsanfällig, in der laufenden Saison fiel der Linksfuß insgesamt bereits 67 Tage aus. So mussten der Rekordmeister in sechs Spielen auf den Routinier verzichten. 

Der andere Rechtsaußen, Kingsley Coman, laboriert gegenwärtig an einem Außenbandanriss im Knie, seine Rückkehr ist für Anfang Januar vorgesehen. Der 20-jährige Flügelflitzer ist - was Verletzungen angeht - in dieser Saison auch nicht gerade vom Glück verfolgt. Er fehlte den Bayern bislang in elf Spielen. 

Fazit: Ein dritter Rechtsaußen würde dem Kader der Bayern gut tun, allein schon um die Verletzungen der beiden etatmäßigen Rechtsaußen aufzufangen. Zwar ist Thomas Müller auch auf den Außenpositionen flexibel einsetzbar, das Tempo eines Robben oder Coman kann der Weltmeister aber nicht gehen. Damit steht und fällt aber das in der Vergangenheit so erfolgreiche Flügelspiel des Rekordmeisters. 

Das Anforderungsprofil: Die Verpflichtung eines dritten Spielers für die rechte Außenbahn macht nur dann Sinn, wenn derjenige ein ähnliches Tempo wie seine beiden Konkurrenten gehen kann. Auch ein starker rechter Fuß wäre eine Bereicherung, denn ein Mittelstürmer vom Kaliber eines Robert Lewandowski will entsprechend mit Flanken und scharfen Hereingaben gefüttert werden. Wenn der Neuzugang zudem auf der linken Außenbahn einsetzbar wäre, um so etwaige Ausfälle von Franck Ribéry und Douglas Costa aufzufangen, würde sich sicher auch niemand beschweren. 

Die möglichen Kandidaten: 

Gelson Martins 

Gelson Martins (l.) steht derzeit bei Sporting Lissabon unter Vertrag. 

Der 21-Jährige Rechtsaußen steht derzeit beim portugiesischen Hauptstadt-Klub Sporting Lissabon unter Vertrag. Der FC Bayern soll sich schon seit längerem mit ihm beschäftigen. Er ist extrem schnell, technisch hochveranlagt und weiß zudem, wo das Tor steht. In der aktuellen kommt Martins in zehn Liga-Partien auf zwei Tore und sieben Vorlagen. Zudem stand er in allen fünf Champions-League-Auftritten seiner Mannschaft auf dem Platz. Seinen Marktwert beziffert transfermarkt.de auf zwölf Millionen Euro, der Vertrag läuft bis 2021.  

Leon Bailey 

Leon Bailey (r.) spielt für den KRC Genk. 

Der 19-jährige Jamaikaner vom belgischen Erstligisten RC Genk ist eigentlich gelernter Linksaußen, kann aber beinahe ebenso gut über rechts kommen. Er ist stark im Antritt, technisch gut ausgebildet und hat das Auge für den Mitspieler. In 14 Liga-Spielen bringt es der 19-Jährige bislang auf ein Tor und vier Vorlagen. Ungleich besser liest sich die Statistik in der Europa-League. In elf Spielen (inkl. Qualifikation) stehen sieben Tore und drei Assists zu Buche. Baileys aktueller Marktwert liegt laut transfermarkt.de bei 12,50 Millionen Euro, sein Vertrag läuft bis 2020. Prädikat: Perspektivspieler. 

Serge Gnabry 

Serge Gnabry geht für Werder Bremen auf Torejagd. 

Der 21-jährige deutsche Nationalspieler ist erst zu Beginn der aktuellen Spielzeit vom FC Arsenal zu Werder Bremen gewechselt. Seitdem halten sich hartnäckig Gerüchte, der FC Bayern könnte irgendwie in den Transfer verwickelt gewesen sein. Gnabry ist gelernter Linksaußen, kann aber auch rechts spielen. Er ist stark im Abschluss, technisch beschlagen und schnell. In elf Spielen für Bremen hat es der Stuttgarter auf fünf Tore und eine Vorlage gebracht. Transfermarkt.de zufolge liegt Gnabrys Marktwert bei fünf Millionen Euro, sein Vertrag läuft bis 2020.  

Yannick Carrasco

Yannick Carrasco spielt für Atletico Madrid. 

Der 23-jährige Belgier spielt für Atletico Madrid, Bayern-Fans ist er spätestens seit seinem Siegtreffer im zweiten Champions-League-Gruppenspiel gegen die Münchner ein Begriff. Angeblich soll der Rekordmeister den Außenbahnspieler auf dem Zettel haben. Carrasco ist beidfüßig, schnell, trickreich und extrem abschlussstark. Nicht umsonst hat der belgische Nationalspieler in zwölf Spielen in der Primera Division bereits fünf Tore erzielt und zwei Vorlagen gegeben. Hinzu kommen zwei Tore in vier Champions-League-Partien. Er ist sowohl auf dem linken, als auch auf dem rechten Flügel einsetzbar. Seinen Marktwert beziffert transfermarkt.de auf 30 Millionen Euro, sein Vertrag läuft bis 2022. 

Julian Brandt

Julian Brandt wird schon seit längerem mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht. 

Dass der FC Bayern Interesse am 20-Jährigen von Bayer Leverkusen hat, ist hinlänglich bekannt. 2013 erhielt der gebürtige Bremer die Fritz-Walter-Medaille in Silber, ein Jahr später die Goldene. Brandt ist eine Art Spielmacher auf Außen, er spielt strake Pässe und ist zudem torgefährlich. Seine bevorzugte Seite ist die linke, der Rechtsfuß kann aber ebenso gut auf rechts spielen. Für ihn spricht, dass er aktuell seine bereits zweite Bundesliga-Saison spielt und auch schon Champions-League-Erfahrung gesammelt hat. In bislang elf Bundesliga-Partien hat Brandt zwei Tore und drei Vorlagen erzielt. Laut transfermarkt.de liegt sein Marktwert bei 16 Millionen Euro, sein Vertrag läuft bis 2019. 

Mittelstürmer

Zu Beginn der laufenden Spielzeit zeigte sich, dass Trainer Carlo Ancelotti zwei Spielsysteme bevorzugt: Das 4-3-3-System und ein klassisches 4-4-2 mit Doppelspitze. Hier tut sich ein neues Problem auf. Weicht Ancelotti tatsächlich von seinem favorisierten System mit einem Mittelstürmer sowie je einem Links- und Rechtsaußen ab, so fehlt den Bayern ein Mittelstürmer. Mit Lewandowski und Müller stehen aktuell nämlich nur zwei Mittelstürmer zur Verfügung. Nachwuchstalent Julian Green hat zwar vor allem in der Vorbereitung gezeigt, dass er durchaus für Tore gut ist. Ein adäquater Ersatz für die beiden Weltklasse-Angreifer Lewandowski und Müller ist der US-Amerikaner aber noch lange nicht. 

Fazit: Gerade dann, wenn es in die entscheidende Phase der Saison geht, wird Ancelotti gegen ausgewählte Gegner taktisch mehr variieren müssen. Im 4-4-2 fehlt den Bayern dann im Sturm eine frische Alternative von der Bank. An einem dritten Angreifer führt wohl kein Weg vorbei, auch wenn Lewandowski und Müller in der Vergangenheit glücklicherweise eher vom Verletzungspech verschont geblieben sind. 

Das Anforderungsprofil: Einen dritten Weltklasse-Stürmer zu fordern, wäre vermessen. Denkbar wäre ein hochveranlagtes Talent, das aber schon zumindest so weit in seiner Entwicklung ist, dass es der Mannschaft sofort helfen kann. 

Die Kandidaten:

Moussa Dembélé

Moussa Dembélé steht aktuell bei Celtic Glasgow unter Vertrag. 

Mit erst 20 Jahren ist Moussa Dembélé bereits der beste Torschütze bei Celtic Glasgow. In zwölf Ligaspielen hat der Franzose sieben Treffer und drei Vorlagen erzielt, hinzu kommen drei Tore in fünf Champions-League-Partien. Auch deswegen soll der FC Bayern hinter ihm her sein. Dembélé verfügt über einen herausragenden Abschluss, auch deshalb, weil er im Strafraum trotz seines Alters extrem ruhig bleibt. Hinzu kommen Sprungkraft und damit auch gutes Kopfballspiel sowie eine hohe Grundschnelligkeit und gute Technik. Zwar liegt sein Marktwert laut transfermarkt.de bei nur drei Millionen Euro, Celtic-Teammanager Aaron Rodgers will seinen Schützling jedoch nur für eine Rekord-Ablöse ziehen lassen. Sein Vertrag läuft bis 2020. 

Paulo Dybala

Paulo Dybala steht bis 2020 bei Juventus Turin unter Vertrag. 

Paulo Dybala ist ein fußballerischer Freigeist, sein Spielverständnis sucht seinesgleichen. Er besitzt überragendes Ballgefühl, das ihm Tempodribblings ermöglicht. Zudem ist der Linksfuß sehr abschlussstark. Nicht umsonst hat Juventus Turin zu Beginn der vergangenen Spielzeit 32 Millionen Euro an US Palermo überwiesen. Auch Ancelotti hat sich bereits als Dybala-Fan geoutet. Allerdings liegt sein Marktwert laut transfermarkt.de bei 45 Millionen Euro, angesichts der Vertragslaufzeit bis 2020 müssten die Bayern für eine Verpflichtung sehr tief in die Tasche greifen. Als Talent gilt Dybala schon lange nicht mehr. 

Alexander Isak

Alexander Isak wird schon als der neue Ibrahimovic gefeiert, wohl hauptsächlich deswegen, weil er trotz seiner Körpergröße von 1,90 Meter technisch sehr beschlagen ist. Scouts des FC Bayern sollen ihn bereits beobachtet haben. Trotz seines geringen Alters ist der 17-jährige mit schwedischer und eri­t­re­ischer Staatsbürgerschaft bereits Stammspieler bei seinem Klub AIK Solna. In 24 Saisonspielen hat Isak bereits zehn Tore und eine Vorlage erzielt. Laut transfermarkt.de haben den 17-Jährigen 69 Klubs auf dem Zettel, auch Scouts des FC Bayern sollen Isak schon beobachtet haben. Sein Vertrag läuft bis 2018, über seinen Marktwert liegen derzeit keine Informationen vor.   

Kasper Dolberg

Kasper Dolberg spielt derzeit seine erste Profi-Saison für Ajax Amsterdam. 

Der 19-jährige Däne gilt schon jetzt als beinahe kompletter Stürmer, obwohl er gerade einmal seine erste vollständige Profi-Saison spielt. Er ist torgefährlich und mit einem schussgewaltigen rechten Fuß gesegnet. Dazu ist Dolberg extrem schnell, auch mit dem Ball am Fuß - das macht es Verteidigern sehr schwer, ihn in den Griff zu bekommen. In 13 Spielen in der niederländischen Eredivisie hat der 19-Jährige bereits acht Tore und zwei Vorlagen erzielt, hinzu kommen zwei Treffer und ein Assist in vier Europa-League-Spielen. Seinen Marktwert taxiert transfermarkt.de auf 2 Millionen Euro, Dolbergs Vertrag läuft bis 2021. 

Diego Rolan 

Diego Rolan (r.) steht bis 2018 bei Girondins Bordeaux unter Vertrag. 

Der 23-jährige Mittelstürmer aus Uruguay ist athletisch, unglaublich schnell und dribbelstark. Er ist sowohl im Sechzehnmeterraum als auch außerhalb für Tore gut. Durch seine Geschwindigkeit ist der Angreifer von Girondins Bordeaux der ideale Konterspieler. In zwölf Ligue-1-Spielen stehen bislang vier Tore zu Buche. Das ist angeblich auch dem FC Bayern aufgefallen. Laut transfermarkt.de liegt Rolans Marktwert bei acht Millionen Euro, sein Vertrag läuft noch bis 2018. 

hb

Rubriklistenbild: © dpa

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