"Finalspiel" in Saint-Étienne

Mainz 05 muss und will gewinnen

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Martin Schmidt braucht mit dem FSV Mainz in der Europa League einen Erfolg. Foto: Guillaume Horcajuelo

Die erste Europa-League-Saison des FSV Mainz 05 geht für die Mannschaft von Martin Schmidt in die entscheidende Phase. Nach dem 1:6 in Anderlecht ist der Bundesligist unter Zugzwang.

St. Étienne (dpa) - Der Flug zum Europa-League-Spiel bei AS Saint-Étienne könnte für den FSV Mainz 05 die letzte internationale Reise in dieser Saison sein.

Die Rheinhessen müssen an diesem Donnerstag (21.05 Uhr) beim Tabellenführer der Gruppe C unbedingt gewinnen oder ein Unentschieden mit mindestens einem eigenen Tor erreichen, um in der letzten Partie gegen FK Qäbälä aus Aserbaidschan noch eine Chance auf das Weiterkommen zu haben. Sportdirektor Rouven Schröder baut darauf, dass sein Team die Rolle des Herausforderers annimmt. "Wir haben die Möglichkeit, aus eigener Kraft weiterzukommen. Schon klar, dass wir Außenseiter sind, zumal wir auswärts spielen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Von "zwei Endspielen" sprach Trainer Martin Schmidt erneut. "Wir sind uns der Wichtigkeit des Spiels bewusst. Es steht ganz klar auf dem Plan: Wir müssen und wollen hier gewinnen", sagte der 49-jährige Schweizer.

Zuletzt hatte es für den derzeitigen Tabellenachten der Bundesliga ein ernüchterndes 1:6 beim belgischen Rekordmeister RSC Anderlecht gegeben. Dennoch sagte Schröder: "Wir haben gesehen, dass wir konkurrenzfähig sind. Wir konnten und können bei diesen internationalen Auftritten sehr viel lernen. Aber Anderlecht ist vorbei." Auch Schmidt meinte: "Am besten vergessen!"

Die Mainzer hatten in ihrer ersten Europa-League-Saison auch mächtig mit der Doppelbelastung zu kämpfen. Doch nach der Länderspielpause und dem 4:2-Erfolg gegen den SC Freiburg ist das kein Thema mehr. "Wir sind mit Vollgas in die Woche gegangen. Die Jungs sind frisch", erklärte Schröder. Der so wichtige Spielmacher Yunus Malli musste zwar mit dem Training aussetzen, ist aber fest eingeplant. "Die Pause hat ihm gut getan, er war etwas verschnupft", so Schmidt.

Beim 1:1 im Hinspiel hatten die Mainzer in der Schlussphase noch den Sieg verspielt. Auch beim 4:2-Erfolg in der Bundesliga konnte der FSV defensiv nicht glänzen. "Der Sieg gegen Freiburg hat natürlich gut getan, für das Selbstvertrauen der Spieler war das sehr wichtig", sagte Schmidt jedoch. Er bezeichnete Saint-Étienne als eine sehr robuste Mannschaft, "die vor allem auf den Flügeln sehr stark ist. Darauf müssen wir uns einstellen." Der Tabellenneunte unterlag Schalke-Gegner und Spitzenreiter OGC Nizza mit 0:1.

Eine Einsatzgarantie haben die Abwehrspieler Stefan Bell und Daniel Brosinski, da sie für das nächste Liga-Spiel bei Hertha BSC wegen der fünften Gelben Karte gesperrt sind. "Es macht ja keinen Sinn, sie zu schonen, wenn sie dann am Sonntag sowieso nicht spielen können", sagte Schmidt.

Mainz wäre mit einer Niederlage oder einem 0:0 beim zehnfachen französischen Meister und einem gleichzeitigen Sieg von Anderlecht ausgeschieden. Das Spitzenduo hat acht Punkte, der Bundesligist nur fünf. "Wenn wir die Gruppenphase überstehen würden, wäre dies ein sehr großer Erfolg", meinte Schröder.

Der 41 Jahre alte Nachfolger von Christian Heidel erinnerte daran, dass schon das Erreichen des internationalen Wettbewerbs für Mainz ein Erfolg war: "Wir haben im Vorfeld gesagt, wir sind stolz, in der Gruppenphase zu stehen und wollen Deutschland würdig vertreten. Deshalb ist das grundsätzlich eine sehr positive Situation."

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