"Guardiola Nummer zwei"

Lopetegui wird Spaniens Nationaltrainer

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Julen Lopetegui wird Trainer der spanischen Nationalmannschaft. Foto: Jose Coelho

Madrid - Spaniens neuer Nationaltrainer Julen Lopetegui soll die Iberer wieder auf die Erfolgsstraße führen. Er gilt als "Guardiola Nummer zwei".

Spanien setzt auf "Guardiola Nummer zwei": Der oft mit dem früheren Bayern-Trainer verglichene Julen Lopetegui ist zum neuen Coach des Fußball-Weltmeisters von 2010 und Europameisters von 2008 sowie 2012 ernannt worden. 

Der 49-Jährige, erst im Januar beim FC Porto entlassen, wird somit Nachfolger des nach der EURO 2016 zurückgetretenen Vicente del Bosque. Nach den jüngsten Misserfolgen soll er "La Roja" wieder auf die Titelstraße zurückbringen. Der RFEF-Verband gab die Verpflichtung bekannt. Die Vertragsdauer wurde zunächst aber nicht mitgeteilt.

Der Aufstieg des Lopetegui kommt relativ spät. Noch vor zwei, drei Jahren war der Mann aus dem Baskenland - der als Torwart unter anderem bei Real Madrid (1989-1991) und dem FC Barcelona (1994-1997) oft nicht einmal auf der Bank sitzen durfte - selbst bei den meisten Fußballfans in Spanien ein Nobody. In seinem ersten Trainerjahr bei Rayo Vallecano (2003/2004) in der 2. Liga war er schon vor Saisonende entlassen worden.

Der Schlag saß wohl tief, denn lange Jahre jobbte Lopetegui nur als TV-Kommentator oder Club-Späher. Einige erinnerten sich an ihn nur deshalb, weil er einmal als Kommentator vor laufenden Kameras plötzlich ohnmächtig geworden war.

Bei seiner Rückkehr auf die Bänke arbeitete Lopetegui zunächst fern der öffentlichen Aufmerksamkeit als spanischer Jugend-Coach. Die drei Europa-Titel, die er gewann, waren aber für den FC Porto Grund genug, Lopetegui im Sommer 2014 zu verpflichten.

Beim portugiesischen Traditionsclub konnte er die Fans in der ersten Spielzeit mit offensivem Stil und dem Vorstoß bis ins Viertelfinale der Champions League (Endstation war der FC Bayern) erfreuen. Als die Bayern im Hinspiel mit 3:1 bezwungen wurden, wurde er von der spanischen Sportzeitung "AS" zum "Giganten" erhoben. Er wurde erstmals mit dem früheren Barcelona- und Bayern-Coach Pep Guardiola verglichen - und "Guardiola Nummer zwei" getauft.

Doch dann änderte sich die Lage schlagartig. Nach einer miesen ersten Saisonhälfte 2015/2016 wurde der hagere Mann in Porto vor die Tür gesetzt. Bis zuletzt war er arbeitslos. Nun könnte aber wartet für den stets bescheiden auftretenden Lopetegui eine riesige Chance.

Die spanische Sportzeitung "Marca" zumindest ist überzeugt, dass er mit der Nationalmannschaft Erfolg haben kann. Er habe in Porto sehr guten und zum Teil erfolgreichen Fußball spielen lassen, habe als Jugend-Nationalcoach Titel geholt und kenne die neue Generation der spanischen Profis um den Neu-Dortmunder Marc Bartra und den Bayern-Profi Thiago Alcántara sehr gut, hieß es in der Onlineausgabe des Blattes.

Mitteilung des spanischen Verbandes

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