Star-Aufgebot beim Rekordmeister

Konkurrenzkampf bei Bayern: Nach der Pause wird es eng

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Thomas Müller nimmt den Konkurrenzkampf gewohnt gelassen.

München - Beim Bundesligastart gegen Bremen fehlen Bayern München noch etliche Stars. Doch nach der Länderspielpause wird es beim Rekordmeister eng mit den Plätzen.

Thomas Müller lächelt müde, als die Frage nach dem Konkurrenzkampf kommt. "Alles ganz entspannt - so wie immer", sagt der Weltmeister. So wie immer? Sollten alle Stars beim deutschen Fußball-Rekordmeister fit sein, hat Trainer Carlo Ancelotti eine Auswahl an exzellenten Profis, die selbst bei Bayern München einmalig ist. Da hätte sogar noch die B-Mannschaft gute Chancen auf die deutsche Meisterschaft.

Fünf Stars fallen gegen Bremen aus

Noch ist die Lage aber halbwegs entspannt. Beim Bundesligastart am Freitagabend gegen Werder Bremen muss Ancelotti in Jerome Boateng, Douglas Costa, Arjen Robben, Holger Badstuber und Kingsley Coman gleich auf fünf Spieler verzichten. Nach der Länderspielpause stehen aber vermutlich alle wieder zur Verfügung. Härtefälle sind programmiert.

Probleme erwartet Müller, einer von 21 aktuellen oder ehemaligen Nationalspielern im Luxuskader der Münchner, aber auch dann nicht. "Wenn man 20 Topspieler hat und alle können spielen, dann hat man Konkurrenzkampf. Aber die Mannschaft und die Spieler untereinander, das war die letzten Jahre auch schon immer super. Also am fehlendem Teamgeist hat es bei uns eigentlich noch nie gelegen", sagte der Offensivspieler, der auch unter Ancelotti zu den Gesetzten gehört.

Ancelotti mit italienischer Gelassenheit

Der Italiener sieht die Situation ebenfalls entspannt, zumal er dies von seinen Stationen in Turin, Mailand, Paris, London und vor allem Madrid zur Genüge kennt. "Das ist normal. In jedem großen Klub gibt es einen großen Wettbewerb", sagte der 57 Jahre alte Italiener und fügte an: "Das ist Motivation. Die, die für einen Verein wie den FC Bayern spielen, verstehen das."

Es wird aber für einige Etablierte dennoch nur schwer zu akzeptieren sein, wenn sie sich auf der Bank wiederfinden. Legt man das vermeintliche A-Team mit Manuel Neuer, Philipp Lahm, Mats Hummels, Boateng, David Alaba, Arturo Vidal, Xabi Alonso, Robben, Müller, Franck Ribéry und Robert Lewandowski zugrunde, so wären Javier Martínez, Thiago, Europameister Renato Sanches, Joshua Kimmich, Badstuber, Rafinha, Juan Bernat, Coman und Costa erst einmal außen vor. Alles Nationalspieler!

Khedira und Ibrahimovic lobten ihren ehemaligen Coach

Ancelotti wird als Vermittler gefragt sein. Doch dies scheint die große Stärke des erfahrenen Trainers zu sein. Er gilt als Spielerversteher. Selbst die Ersatzspieler in seinen bisherigen Klubs verloren kein böses Wort über Ancelotti.

"Ich habe es selten erlebt, dass 25 Spieler quasi nie sauer auf ihren Trainer sind. Ancelotti hat die Mannschaftsführung perfektioniert", lobte Sami Khedira den "Mister", mit dem er bei Real zusammengearbeitet hat.

Auch bei seinem Amtsantritt in München hatte Ancelotti betont, dass für ihn "eine gute Trainer-Spieler-Beziehung" im Vordergrund stehe. Er wolle seine Spieler überzeugen, "Sachen einfach durchzudrücken ist nie gut". Zudem fordert er von seinen Stars "Respekt" ein. Dies sei "unerlässlich".

Für diese Art der Teamführung erntete Ancelotti in der Vergangenheit viel Lob. "Für einen Chef, der dir soviel Spielraum lässt, würdest du alles tun. Er schenkt Vertrauen und bekommt es zurück", sagte selbst der exzentrische Zlatan Ibrahimovic über seinen ehemaligen Coach.

Er habe, ergänzte Weltmeister Toni Kroos "niemanden schlecht über ihn reden hören, was im Fußball total ungewöhnlich ist." Ob dies auch in München so ist, wird sich noch zeigen.

sid

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