Schalke zufrieden

Kein BVB-Sieg im Oktober: "Ein Scheißgefühl"

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Das Derby endete 0:0.

Dortmund - Es gab keinen Sieger und auch keinen Verlierer - doch Borussia Dortmund und Schalke 04 bewegten sich nach dem Derby in verschiedenen Welten.

Die Schalker stiegen bester Laune in ihren eierbesudelten Mannschaftsbus - Thomas Tuchel jedoch musste seine Lippen in ein säuerliches Lächeln zwingen. "Das alles fühlt sich zäh an, als müssten wir sehr, sehr hart kämpfen. Das zehrt", klagte der Trainer von Borussia Dortmund nach dem 0:0 im 171. Revierderby. Noch deutlicher wurde Mario Götze: "Vier Spiele ohne Sieg. Das ist ein Scheißgefühl!"

Es gab nach intensiven, allerdings spielerisch enttäuschenden 90 Minuten keinen Sieger, und doch sahen sich die Erzrivalen in verschiedenen Welten. Die Dortmunder neigten zum Hadern. "Ich hätte das Tor machen müssen", sagte Götze, der allein vor Schalke-Torhüter Ralf Fährmann gescheitert war (73.). Ein Lattentreffer von Ousmane Dembélé (53.) und eine ganz schwache erste Halbzeit hinterließen ein flaues Gefühl. Das Wort Krise ist (noch) tabu.

Die Königsblauen sahen ihren mit Stabilität und Kampf erbeuteten Punkt wiederum als Schritt auf dem Weg zu alter Stärke an. "Wir bewegen uns definitiv in die richtige Richtung", sagte Weinzierl nach dem siebten Pflichtspiel in Serie ohne Niederlage. Bitter war allerdings, dass Klaas-Jan Huntelaar (Verletzung vor dem Spiel) und Max Meyer (Verletzung im Spiel) ausfallen werden. "Ein Verletzter pro Tag: keine gute Quote. Das ist ein harter Schlag", sagte Weinzierl.

Tuchel: „Wir trauen uns zu, bald wieder in Serie zu gewinnen“

Die abgezockteren Schalke-Profis bespielten die wieder gezwungenermaßen sehr junge Mannschaft des BVB mit viel Konzentration - und einem Schuss Härte. Wie Sead Kolasinac in der 6. Minute an der Seitenlinie mit einer fulminanten Grätsche in Christian Pulisic rauschte, war gelbwürdig und blieb ungesühnt. Es hinterließ Eindruck. "Da kannst du dir nur an den Kopf fassen", zeterte BVB-Sportdirektor Michael Zorc: "Er hätte vom Platz fliegen müssen."

So aber gaben die Dortmunder in einem Heimspiel in der ersten Halbzeit keinen Torschuss ab (Schalke: 4), erstmals seit Beginn der Datenerfassung 1992. Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang hatte zwei (!) Ballkontakte. Erst in der zweiten Hälfte drehte Dortmund vor 80.179 in seiner ausverkauften Festung auf, die nun seit 26 Ligaspielen nicht erstürmt worden ist.

Es reichte nicht, um im Oktober doch noch einen Sieg zu feiern - auch, weil erneut Kolasinac sensationell Pulisic auf der Torlinie den Ball vom Fuß grätschte (74.). "Wir haben das Gefühl, dass wir es verdient gehabt hätten zu gewinnen", sagte Tuchel säuerlich. "Die Mannschaft spielt sehr verbissen auf Sieg. Und ich glaube, dass wir ganz nahe dran sind zu gewinnen."

Das hat zuletzt in der Liga viermal in Folge nicht funktioniert, nach einem sehr guten Saisonstart: "Wir trauen uns aber auch zu, bald wieder in Serie zu gewinnen", sagte Tuchel. Schalke hatte seinen Saisonbeginn "komplett in den Sand gesetzt" (Weinzierl), acht Punkte aus neun Spielen sollten die Freude über das 0:0 ("Passt! Kann weitergehen") etwas relativieren.

Zumindest am Samstag war das nicht der Fall, die Stimmung war glänzend. "Man hat nicht nur in freundliche Gesichter geschaut", sagte Sportvorstand Heidel über die Anfahrt zum Stadion: "Da kamen auch ein paar Eier geflogen. Es hat Spaß gemacht. Zum Glück sind wir nicht im Cabrio angereist..."

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sid

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