Popp siegt bei den Frauen

Jerome Boateng ist "Fußballer des Jahres"

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Fußballer des Jahres: Jérôme Boateng

München - Nationalspieler Jerome Boateng von Doublegewinner Bayern München ist Deutschlands Fußballer des Jahres 2016.

Der 27 Jahre alte Innenverteidiger verwies bei der vom Fachmagazin kicker unter Deutschlands Sportjournalisten durchgeführten Wahl mit 163 Stimmen seine Bayern-Teamkollegen Thomas Müller (95) und Robert Lewandowski (90) auf die weiteren Plätze.

Fußballerin des Jahres ist Alexandra Popp (VfL Wolfsburg/109 Stimmen) vor Mandy Islacker (1. FFC Frankfurt/63) und Melanie Behringer (Bayern München/42). Zum Trainer des Jahres wurde Dirk Schuster (Darmstadt 98/256 Stimmen) gekürt. Die Plätze zwei und drei belegten Thomas Tuchel (Borussia Dortmund/134) und Pep Guardiola (Bayern München/54). Bundestrainer Joachim Löw (19) musste sich nach dem EM-Halbfinal-Aus gegen Frankreich mit Position sechs zufriedengeben.

Boateng tritt die Nachfolge des belgischen Nationalspielers Kevin De Bruyne an, der im vergangenen Jahr als Profi des VfL Wolfsburg gewonnen hatte. Als letzter Abwehrspieler hatte 1997 der damalige Dortmunder Jürgen Kohler bei dem Votum triumphiert. Die Wahl wird seit 1960 durchgeführt.

Boateng: Vom Bad Boy zum Boss

Boateng war bis zu seinem Muskelbündelriss, den er sich Mitte Januar zuzog, die Stütze der Bayern-Abwehr. Rechtzeitig zur EM meldete sich der 27-Jährige wieder zurück. Und wie: Im deutschen Team wurde Boateng zum Leader, wollte sogar nach dem Rücktritt von Bastian Schweinsteiger  dessen Nachfolge als Kapitän übernehmen. Gegen die Slowakei erzielte er sogar sein erstes Länderspieltor. 

Wieder harte Arbeit fürs Comeback

Pech: Boateng verletzte sich bei der EM gegen Frankreich.

Dann aber der erneute Rückschlag: Im Halbfinale gegen Frankreich erlitt der Abwehr-Star erneut einen Muskelbündelriss. Seitdem arbeitete Boateng hart in der Reha, mittlerweile hat er wieder mit dem Lauftraining begonnen. Der Bundesligastart am 26. August gegen Bremen kommt aber noch zu früh. Für Schlagzeilen hatte Boateng auch neben dem Spielfeld gesorgt. Mit seinem Spruch "die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben" hatte AfD-Vize Alexander Gauland in der "FAZ" provoziert. Boateng ließ dies alles kalt und stand souverän über der hitzigen Debatte und sagte, er könnte: "nur drüber lächeln". Unter anderem auch dafür wurde der Bayern-Star mit dem Moses-Mendelssohn-Preis ausgezeichnet. Dieser wird alle zwei Jahre „zur Förderung der Toleranz gegenüber Andersdenkenden und zwischen den Völkern und Religionen“ verliehen.

Die Platzierungen:

Männer:

1. Jerome Boateng (Bayern München) 163 Stimmen

2. Thomas Müller (Bayern München) 95

3. Robert Lewandowski (Bayern München) 90

4. Toni Kroos (Real Madrid) 68

5. Manuel Neuer (Bayern München) 54

6. Pierre-Emerick Aubameyang (Borussia Dortmund) und Henrich Mchitarjan (Borussia Dortmund) beide 35

8. Robert Huth (Leicester City) 16

9. Mario Gomez (Besiktas Istanbul) und Claudio Pizarro (Werder Bremen) beide 13

11. Philipp Lahm (Bayern München) 12

12. Joshua Kimmich (Bayern München) und Julian Weigl (Borussia Dortmund) beide 11

14. Mats Hummels (Borussia Dortmund) 8

15. Aytac Sulu (Darmstadt 98) 5

16. Leroy Sané (Schalke 04) 4

17. Jonas Hector (1. FC Köln), Mesut Özil (FC Arsenal), Sandro Wagner (Darmstadt 98) alle 3

Frauen: 

1. Alexandra Popp (VfL Wolfsburg) 109 Stimmen

2. Mandy Islacker (1. FFC Frankfurt) 63

3. Melanie Behringer (Bayern München) 42

4. Melanie Leupolz (Bayern München) 40

5. Lena Goeßling (VfL Wolfsburg) 37

6. Dzsenifer Marozsan (1. FFC Frankfurt) 32

7. Anja Mittag (Paris St. Germain) 27

8. Pauline Bremer (Olympique Lyon) 18

9. Simone Laudehr (1. FFC Frankfurt) 17

10. Vivanne Miedema (Bayern München) 16

Trainer:

1. Dirk Schuster (Darmstadt 98) 256 Stimmen

2. Thomas Tuchel (Borussia Dortmund) 134

3. Pep Guardiola (Bayern München) 54

4. Ralph Hasenhüttl (FC Ingolstadt) 35

5. Martin Schmidt (FSV Mainz 05) 22

6. Joachim Löw (Bundestrainer) 19

7. Julian Nagelsmann (1899 Hoffenheim), Christian Streich (SC Freiburg) und André Schubert (Borussia Mönchengladbach) alle 18

10. Pal Dardai (Hertha BSC) und Jürgen Klopp (FC Liverpool) beide 17

mb/sid

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