EM 2016

Khediras neue Rolle als Löws Chef-Scout

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Sami Khedira kennt die italienische Abwehr bestens.

Evian - Für Sami Khedira ist das EM-Viertelfinale gegen Italien ein ganz besonderes Duell. Schließlich spielen beim deutschen Angstgegner viele Klubkollegen des Weltmeisters.

Ersatzkapitän, Mitglied im Mannschaftsrat, jetzt auch noch Chefscout und "Co-Trainer" beim Weltmeister: Sami Khedira ist für Joachim Löw vor dem Viertelfinale der DFB-Auswahl gegen den Angstgegner Italien am Samstag in Bordeaux (21 Uhr/live im TV und Live-Stream) einer der wichtigsten Ansprechpartner.

Schließlich kennt der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler vom italienischen Meister Juventus Turin nicht nur seine vielen Vereinskollegen in der Squadra Azzurra "aus dem Effeff", wie es Bundestrainer Joachim Löw formulierte. Auch in Bezug auf andere Profis aus der Serie A kann Khedira seinem Coach wertvolle Tipps geben.

"Die italienische Mannschaft ist mit Abstand der bislang schwerste Gegner, hat aber auch ihre Schwächen", sagte Khedira auf dfb.de. Dies gelte auch für den italienischen Abwehrriegel, der ausschließlich aus Profis der Alten Dame zusammengesetzt ist. Die lebende Torwart-Legende Gianluigi Buffon, Giorgio Chiellini, Andrea Barzagli und Leonardo Bonucci seien als eingespieltes Quartett zwar "weltklasse", aber "auch sie haben ihre Schwächen", sagte Khedira.

Darüber wollte er aber in der Öffentlichkeit nichts verraten, die Informationen sind "nur dem Bundestrainer" vorbehalten. Löw ist dankbar, dass Khedira ihm bei der Entschlüsselung des italienischen Defensiv-Codes hilft: "Er kann mir wichtige Informationen liefern. Er kennt die Spieler aus dem tagtäglichen Training - und, wie sie sich in Stresssituationen verhalten."

Für Khedira etwas "ganz Besonderes"

Es sei naheliegend, dass sich Khedira mit dem Bundestrainer austausche, sagte am Donnerstag Toni Kroos. "Gestern haben wir uns schon ein bisschen was angeschaut bezüglich Italien. Aber seine Meinung wird natürlich auch einfließen", berichtete Khediras Partner auf der Doppelsechs.

Kroos, der bislang zu den auffälligsten deutschen Spielern in Frankreich zählte, will die Ratschläge von Khedira aber auch nicht überbewerten: "Viel Neues kann er uns nicht erzählen, denn wir haben fast alle schon mal gegen Juventus gespielt und kennen die Spieler."

Khedira wird aber sicherlich intern noch auf die eine oder andere Besonderheit beim Gegner hinweisen können, der für ihn etwas "ganz Besonderes" darstellt: "Das ist aber immer so, wenn man auf eine Nationalmannschaft trifft, in der Kollegen aus dem eigenen Klub spielen."

Schweinsteiger meldet sich fit

Jetzt hofft er nur noch, dass er gegen die Azzurri am Samstag auch zum Einsatz kommt. Denn erstmals beim EM-Turnier muss er um seinen Startplatz fürchten. Nachdem sich der etatmäßige Kapitän Bastian Schweinsteiger wieder fit gemeldet hat und nach aktueller Aussage von Teammanager Oliver Bierhoff wieder für einen Startelfeinsatz infrage kommt, droht Khedira die Bank. Denn neben dem gesetzten Kroos ist nur eine Planstelle im defensiven Mittelfeld frei.

Dass Löw auf Khedira verzichtet, scheint aber nach den jüngsten Aussagen des Bundestrainers unwahrscheinlich: "Sami ist ein Spieler, der eine wahnsinnig hohe Qualität besitzt. Er ist klug und clever und übernimmt wahnsinnig wichtige Aufgaben. Zusammen mit Toni Kroos leistet er sehr gute Arbeit."

Und das möglicherweise auch als Spion...

sid

Alles zum EM-Geschehen am Donnerstag hier im Ticker.

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