Forscher glaubt an deutschen EM-Coup

Nomen est omen: Das bedeuten die Namen der DFB-Stars

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Geht es um die Namen von Kroos, Hummels und Co., hat Deutschland den EM-Titel so gut wie sicher.

Marseille - Jeder Name lässt Rückschlüsse auf die Wesensart des Menschen zu, meint Prof. Dr. Jürgen Udolph. Der Namenforscher glaubt deshalb an eine glückliche EM-Mission der deutschen Nationalmannschaft.

Ein "König", ein "Hüne" und einer, der "zu allem fähig" ist: Wenn die Redensart "Nomen est omen" (der Name ist ein Zeichen) stimmt, stehen die Chancen der deutschen Nationalmannschaft auf den EM-Titel gut. Prof. Dr. Jürgen Udolph, Deutschlands bekanntester Onomastiker, ist überzeugt, dass die Namen von Joachim Löw und Co. auf den Charakter schließen lassen.

Am Donnerstag steht das EM-Halbfinale in Marseille (21 Uhr/ZDF) gegen Gastgeber Frankreich auf dem Programm. Ausgerechnet der verletzt fehlende Sami Khedira wäre der geborene Anführer im Mittelfeld. "Khedira hat einen tunesischen Vater, sein Nachname stammt vom arabischen 'al-Qadir' ab, einem von 99 Beinahmen Allahs", sagt Udolph vom Zentrum für Namenforschung in Leipzig, "und der bedeutet 'der zu allem Fähige' oder 'der Besitzer aller Macht und Autorität'."

Auch bei Champions-League-Sieger Toni Kroos passt der Nachname zum Auftreten auf dem Rasen. Er beruht auf dem mittelniederdeutschen Wort "krôs" und bedeutet Kanne, Krug oder Trinkgefäß. "Kroos kann ein Beiname für den Wirt gewesen sein", erklärt Udolph. Warum das passt? Beim WM-Triumph 2014 hatte Kroos bei brasilianischen Medien den Spitznamen "Garçon" (Kellner), weil er seine Teamkollegen so gekonnt mit Pässen bediente.

Verblüffend nah kommt die Deutung auch an das Wesen von Mesut Özil heran. "Özil" leitet sich aus der türkischen Vokabel "öz" ab. Daraus entsteht "Özel", was so viel bedeutet wie "speziell, eigen". Fans wie Kritiker des Spielmachers des FC Arsenal dürften hier mit dem Kopf nicken.

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Der im Halbfinale gesperrte Innenverteidiger Mats Hummels dürfte sich gleichfalls geschmeichelt fühlen: In seinem Namen aus der alten Form "Hun-bold" ist "hun" enthalten, und das bedeutet "Hüne". Bei der EM noch nicht zum Einsatz kam bislang Schalkes Shootingstar Leroy Sané, doch sein Name könnte beim Kampf um den EM-Thron eine Bestimmung sein. "Leroy ist wahrscheinlich auf französisch 'le roi', der König, zurückzuführen", sagt der Namenforscher.

Geht es nur nach der Bedeutung des Namens, gibt es keinen besseren Bundestrainer als Löw - glaubt Udolph: "Löw ist eine Kurzform von Löwe. Dieser Name wurde in erster Linie von Familien übernommen, die die Eigenschaften des Tieres hatten: kräftig, stark, tapfer und mutig."

Der Name von Kapitän Bastian Schweinsteiger hat dagegen nichts Erhabenes. Er lässt zwar nicht darauf schließen, dass seine Vorfahren gerne auf Schweine geklettert sind, aber sie haben früher vermutlich mit den Tieren unter einem Dach gelebt. "Die Schweinsteige bezeichnet im mittelhochdeutschen den Schweinestall", sagt Udolph.

Sollte sich der Weltmeister am Ende auch die EM-Krone aufsetzen, wäre Teammanager Oliver Bierhoff für die Ausrichtung der Titelparty weniger geeignet als sein Nachname vermuten lässt. Mit Bier hat der nichts zu tun, er enthält eine niederdeutsche Mundartform von Birne.

Was bei der EM passiert, erfahren Sie in unserem Live-Ticker vom Donnerstag.

sid

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