Jetzt ist er offiziell ein Münchner

Bayern mit bemerkenswerter Maßnahme für Sanches

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Traf und überzeugte gegen Polen: Renato Sanches (l.).

München - Renato Sanches ist seit Freitag offiziell Spieler des FC Bayern. Und sein neuer Arbeitgeber greift zu einer bemerkenswerten Maßnahme.

„Renato Sanches hat sehr gut gespielt“, sagte Portugals Trainer Fernando Santos nach dem Spiel gegen Polen. „Aber ich denke nicht, dass der Renato, den wir heute gesehen haben, schon der Renato ist, den wir in der Zukunft sehen werden. Er wird immer noch besser.“

Dieses EM-Viertelfinale riss Sanches an sich, nachdem der Gegner Polen schon früh durch Robert Lewandowski in Führung gegangen war (2. Minute). Er schoss den 1:1-Ausgleich, als von Superstar Cristiano Ronaldo mal wieder nichts zu sehen war (33.). Und er knallte am Ende auch noch seinen Elfmeter in den oberen linken Torwinkel, als hätte er das unter dem Druck eines solchen Turniers schon 100 Mal gemacht.

Mit 5:3 im Elfmeterschießen gewann Portugal ein Spiel, das auch die große Frage hinterließ, was eigentlich beeindruckender war: Wie selbstsicher Renato Sanches es mit seinen erst 18 Jahren prägte - oder wie abgeklärt er diesen Abend in Marseille danach kommentierte.

„Die Leute kritisieren uns, aber das ist uns egal. Wir sind im Halbfinale!“, meinte er. „Wir waren sehr ruhig, cool und zuversichtlich im Elfmeterschießen. Also haben wir gewonnen“, sagte er auch. Und warum er sich im Gegensatz zu einem Routinier wie Pepe von Real Madrid getraut habe, selbst anzutreten? „Das Team vertraut mir. Also war ich auch selbstbewusst genug, zu schießen.“

Egal, wie weit sein Team noch kommen wird: Renato Sanches hat seine Spuren bei dieser EM längst hinterlassen. Der jüngste Spieler, der je für Portugal bei einem Turnier zum Einsatz kam, war er schon vor diesem Spiel. Der drittjüngste Torschütze der EM-Historie ist er nach Johan Vonlanthen (Schweiz) und Wayne Rooney (England) jetzt auch.

Paris St. Germain und vor allem Manchester United wollten ihn in diesem Sommer ebenfalls von Benfica Lissabon abwerben. Doch am Ende drängte besonders der neue Trainer Carlo Ancelotti die Bayern dazu, dieses Ausnahmetalent zu verpflichten. „Er ist ein Phänomen“, sagte der Italiener erst in dieser Woche dem „Corriere dello Sport“.

Sanches bekommt einen "Aufpasser"

Damit sich Sanches aufs Sportliche konzentrieren kann, greift der FC Bayern zu einer bemerkenswerten Maßnahme: Laut Bild bekomme er eine Art "Aufpasser" zur Seite gestellt. Der Verein habe ein Betreuungskonzept erarbeitet. Bei allen Schwierigkeiten des alltäglichen Lebens bekomme Sanches Hilfe. So kann er sich Behörden-Gänge sparen und sich aufs Sportliche konzentrieren. Damit er auch beim FC Bayern so einschlägt wie jetzt für Portugal bei der EM.

dpa/lin

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