Selbst wenn sie nicht spielen

Darum sind Schweini und Poldi bei der EM Geheimwaffen

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Alte Hasen: Bastian Schweinsteiger (l.) und Lukas Podolski (2.v.r.). Davon profitieren die Jungen wie Mario Götze. 

Evian-les-Bains - Joachim Löw hat in der spielfreien Phase ein Sonderlob in Richtung Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger geäußert. Die beiden sind Geheimwaffen - selbst wenn sie nicht spielen. 

In der längsten spielfreien Phase des Turniers sind die Spieler mit wenig oder null Einsatzzeit besonders wichtig

Am Dienstag war mal wieder Freizeit, Ausgang bis 23 Uhr. Erfreut registrierte Joachim Löw aber „den Bewegungsdrang unserer Spieler“. Er sah, wie manche sich mit dem Rad aufmachten oder ins Fitnesszelt gingen, „sogar gelaufen sind einige“. Egal was unternommen wird: Es geht um den Zwischendurch-Abstand zum Fußball, der freie Tag hat sich auch schon vor den Spielen gegen Nordirland und die Slowakei bewährt.

Zeit zum klassischen Trainieren bleibt diese Woche ohnehin genug. Sechs Tage liegen zwischen Achtel- und Viertelfinale, das ist die längste Strecke im Turnierverlauf, auf der man keinen Spieltermin hat. Das kommt dem Bundestrainer aber ganz recht: „Denn wenn wir bis ins Finale kommen, wären das drei Spiele in acht Tagen – Samstag, Donnerstag, Sonntag.“ Da nutzt er die jetzigen Freiräume, „um im Training noch ein paar Reize zu setzen. Die Mannschaft wird unter Spannung bleiben“.

Die Mannschaft – inklusive der Spieler, die noch nicht zum Einsatz gekommen sind oder die nicht so häufig spielen, wie sie sich das wünschen. Löw nutzt die Gelegenheit für eine Eloge auf die Reserve. Er zählt auf: „Emre Can, die beiden Torhüter, Leroy Sané, Julian Weigl, Jonathan Tah – wie sie sich verhalten, das zeugt von wahnsinniger Charakterstärke. Ich weiß um die Sorgen der Spieler, wenn sie im Training alles geben, dann aber die eigenen Qualitäten nicht zeigen können. Doch sie halten das Niveau im Training hoch, und ich möchte keinen von ihnen auch nur eine Minute missen.“ Wenn die Situation („Es kann Verletzungen oder Sperren geben“) es verlange, könne er „jedem von ihnen in jedem Spiel sofort vertrauen“.

Poldi-Effekt im Achtelfinale, Schweine stärkt Götze

Ein Sonderlob bekamen bei dieser Gelegenheit auch Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger. Löw konnte im Achtelfinale eine Art Poldi-Effekt beobachten. Er wechselte Podolski erstmals bei dieser EM ein, „und der Lukas wurde bei jedem Ballkontakt gefeiert – und er hatte auch gute Szenen“. Bei Schweinsteiger imponiert Löw, „dass er akzeptiert, dass er nicht von Anfang an spielt“. Wichtig seien beide Spieler, seit 2004 dabei, als Leitfiguren: „Man blickt zu ihnen auf, ihr Umgang mit den jungen Spielern ist sehr gut.“ Gerade erst habe Schweinsteiger in einem privaten Gespräch wieder „Mario Götze gestärkt“.

Bei Kapitän Schweinsteiger lasse „die Physis inzwischen auch wieder zu, dass er von Beginn an spielen könnte“. Doch die Position ist besetzt. Mit dem unanfechtbaren Toni Kroos und mit Sami Khedira, „der als Juve-Spieler über die Italiener viel mehr weiß als ich“.  

Hier geht es zum tz-Spielplan der EM 2016

gük

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