Entscheidende Wochen bis zur Winterpause

FCB in ungewohnter Rolle: Rummenigge will „Jagd machen“

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Karl-Heinz Rummenigge will in der Bundesliga angreifen.

Rostow am Don -Zweiter ist nicht Bayern-like. Kapitän Lahm ruft darum beim Rekordchampion „interessante Wochen bis Weihnachten“ aus, Chef Rummenigge die „Jagd“. Erste Etappe ist ein strapaziöser Kurztrip nach Rostow am Don. Die viel wichtigere Aufgabe folgt erst noch.

Strahlender Sonnenschein und ein eisiger Wind empfingen die dezimierte Reisegruppe des FC Bayern im fernen Rostow am Don. Keine Frage: Der auf gerade mal 41 Stunden komprimierte Champions-League-Kurztrip ins schon winterliche Russland ist keine Vergnügungsreise für die Münchner Fußballstars. Das plötzlich verwundbare Team um Kapitän Philipp Lahm muss am Mittwoch (18.00 Uhr MEZ/Sky) beim Außenseiter FK Rostow nachweisen, dass es auch die ungewohnte Jäger-Rolle annehmen kann - und „Väterchen Frost“.

Nach dem Sturz vom Bundesliga-Thron wollen die gereizten Münchner auch ohne Rückhalt Manuel Neuer und weitere Topspieler wie Arjen Robben, Arturo Vidal und Javi Martínez unbedingt die Chance auf den Gruppensieg in Europas Königsklasse erhalten. Viel bedeutsamer aber ist schon jetzt der Angriff auf RB Leipzig in der Bundesliga.

Rang zwei in der Bundesliga schmerzt

„Das wichtige Spiel diese Woche, das sage ich ohne jegliche Übertreibung, findet am Samstag statt“, verkündete Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge schon auf der Anreise nach Rostow mit dem Blick auf die Ligapartie gegen Bayer 04 Leverkusen: „Wir werden jetzt ab sofort Jagd machen, schnell Tabellenführer zu werden.“

Die Vorgabe für die Königsklassenpartie in der Millionenstadt am Don, auf welche die Münchner Stars am Dienstagnachmittag beim Anflug ihrer Chartermaschine einen wunderschönen Blick hatten, ist trotz des Ausfalls von fünf Profis klar. Nach dem schon geschafften Einzug ins Achtelfinale muss ein Erfolg beim Tabellenletzten her, um am 6. Dezember doch noch im direkten Duell mit Tabellenführer Atlético Madrid um den Gruppensieg kämpfen zu können. „Wenn wir gewinnen, haben wir theoretisch noch die Chance, Gruppenerster zu werden“, beschrieb Rummenigge die Ausgangslage. „Aber wenn man sich die Tabellensituation in den anderen Gruppen anschaut, muss das nicht zwangsläufig ein Vorteil sein, ob man Erster oder Zweiter ist.“

Vor dem fünften Spieltag in Europa liegen die Bayern mit neun Punkten drei Zähler hinter Atlético. Viel mehr aber schmerzt Rang zwei in der Bundesliga hinter Emporkömmling Leipzig. „Vier Jahre waren wir immer ganz vorne“, sagte Rummenigge drei Tage vor der Rückkehr des nicht mitgereisten Uli Hoeneß ins Präsidentenamt. „Es ist ungewohnt, wenn wir nicht mehr vorne stehen“, gestand auch Kapitän Philipp Lahm.

Der beim bitteren 0:1 im Liga-Hit gegen Dortmund überraschend ausgewechselte Lahm hat „interessante Wochen bis Weihnachten“ ausgerufen. Wochen, in denen die Bayern national und international wieder an die Spitze streben und endlich auch ein klar erkennbares Profil unter Carlo Ancelotti sichtbar machen wollen.

„Der Trainer ist ein überragender Trainer, wir sind hochzufrieden. Wenn man jetzt mal ein Spiel verloren hat, ist es kein Grund irgendwie blödes Gequatsche anzufangen“, erklärte Rummenigge: „Es gibt manchmal so Phasen, da läuft es nicht so rund, da flutscht es nicht so. Da muss man eben wieder daran arbeiten.“

Die Voraussetzungen im kleinen und zugigen Olimp-2-Stadion von Rostow könnten für Ancelotti besser sein. Wichtige Akteure fehlen in der Millionenstadt am Don, allen voran der leicht an der Wade verletzte Neuer im Tor. Ihn wird in seinem ersten Pflichtspiel der Saison Sven Ulreich ersetzen. Der 28-Jährige ist erst einmal in der Königsklasse aufgelaufen: beim 2:0-Auswärtssieg gegen Dinamo Zagreb vor fast genau einem Jahr. „Natürlich freut man sich, da trainiert man für und wartet darauf, dass man wieder spielen darf“, sagte Ulreich.

Auf einen Spaziergang wie beim 5:0 im Hinspiel sollten sich die Bayern in der knapp 16 000 Zuschauer fassenden Arena lieber nicht einstellen. Die heimstarken Gastgeber haben zwar keine Chance mehr auf den Vorstoß ins Achtelfinale. Aber sie kämpfen noch um Platz drei, der zum Weiterspielen in der Europa League berechtigt.

dpa

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