Finale in Berlin

Pokal-Kuscheln oder Double: Nur ein Traum wird wahr

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Dortmund oder Bayern? Double oder Pokal-Kuscheln? Am Samstag gilt's.

Berlin - Im Spiel der Spiele zwischen Borussia Dortmund und Bayern München kämpfen Mats Hummels und Pep Guardiola um einen perfekten Abschied. Doch: Es kann nur einen geben.

Mats Hummels will den DFB-Pokal nach einer rauschenden Nacht in sein Hotelbett entführen, Pep Guardiola den Pott auf dem Marienplatz noch einmal mit der Meisterschale vereinen. Die beiden Hauptdarsteller blicken vor ihrem letzten Hurra begierig auf die turmalinbekränzte Trophäe - doch wie das eben so ist in einem Finale: Nur ein Traum wird nach dem Spiel der Spiele zwischen Bayern München und Borussia Dortmund am Samstag (20.00 Uhr/ARD und Sky) in Erfüllung gehen.

74.322 Zuschauer im Berliner Olympiastadion und Abermillionen vor dem Fernseher werden in diesem Duell mit ganz besonderer Brisanz vor allem auf Guardiola und Hummels schauen. Geht Pep im Triumph zu Manchester City? Und: Stellt der Weltmeister seinen neuen Kollegen vom FC Bayern zur Vorstellung den Pokal in die Kabine? Oder wird er im 73. Cupfinale zum zweiten Lothar Matthäus?

Elftes Double für den FCB?

Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender der Bayern, hat Guardiola einen unmissverständlichen Auftrag erteilt. "Das ist ein wichtiges Spiel. Das weißt Du", gab er seinem Trainer beim Meisterbankett zu verstehen, "das Double in Deutschland zählt sehr viel!" Es wäre das elfte für den 17-maligen Pokalsieger, das zehnte hatte Guardiola selbst 2014 vollendet - gegen den BVB.

Hummels will einen Münchner Triumph verhindern, koste es, was es wolle. Keinesfalls mag er sich - wie heute noch Matthäus, der 1984 für Borussia Mönchengladbach einen Elfmeter gegen die Bayern verschoss - auf ewig nachsagen lassen müssen, in diesem Spiel mit den Gedanken schon bei seinem künftigen Verein gewesen zu sein. "Ich will die Bayern schlagen, so lange ich hier bin", sagte er mit fester Stimme, "und wenn das gelingt, werde ich fragen, ob ich den Pokal mit ins Bett nehmen darf." Am besten volltrunken, morgens um fünf.

Guardiola warnt vor der "besten Borussia der Geschichte"

Rummenigge, das wird Hummels verärgert haben, hat ihm tatsächlich öffentlich geraten, noch einmal alles für den BVB zu geben - als wäre das nicht eine Selbstverständlichkeit. Ebenso sinnlos ließe sich Guardiola empfehlen, das Spiel nicht zu vercoachen. "Wir werden alles tun, um zu gewinnen", versprach der Katalane, klar, aber es werde schwer gegen "die beste Borussia der Geschichte".

Hummels weiß ja sogar, wie man ein DFB-Pokal-Finale gegen Bayern München für Borussia Dortmund entscheidet. Er hat es ja 2014 schon getan mit seinem Tor in der 64. Minute. Problem: Schiedsrichter Florian Meyer, kicker-Note: 6, gab den Treffer nicht - und der BVB musste nach dem 0:2 n.V. Spalier stehen für den Champion.

Sportdirektor Michael Zorc kramte die Szene nun noch mal hervor: "Die letzten Finals gegen Bayern wurden durch Fehlentscheidungen entschieden", stänkerte er. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ließ zudem keine Gelegenheit aus, den BVB wie üblich als Underdog mit weit geringeren Mittel zu stempeln. "Der Druck ist für die Bayern höher", betonte er, "sollten sie verlieren, kann ich mir lebhaft vorstellen, wie die Saison-Bewertungen ausfallen."

Tuchel beklagt fehlende Fitness

Auf dem BVB-Zeugnis wird unabhängig vom Showdown in Berlin eine 2+ stehen. Dennoch rüttelte Trainer Thomas Tuchel seine Mannschaft nach einem leichten Knick am Saisonende kräftig durch. "Wir sind so weit von unserer Topform entfernt wie nie", klagte er nach dem 2:2 gegen den 1. FC Köln, seine Mannschaft habe austrudeln lassen, die Fitness verloren.

Die Einstellung allerdings dürfte am Samstagabend das geringste Problem sein. "Die Mannschaft reist mit höchster Anspannung nach Berlin", versprach Watzke. Thomas Müller erwartet den BVB "mit dem Messer zwischen den Zähnen".

Bundestrainer Joachim Löw freute sich wie viele im SID-Interview auf "das beste Finale, das man sich in Deutschland vorstellen kann", zudem das dritte in fünf Jahren zwischen den Rivalen. Hummels hingegen beschlich vor den 90, möglicherweise 120 Minuten unter dem Brennglas ein "komisches Gefühl. Jeder Fehler, den ich mache, wird endlos seziert werden." Dann heiße es: "Da! Der ist mit dem Kopf ja schon in München!"

Die Bayern werden ohne Superstar Arjen Robben und wohl auch Innenverteidiger Javi Martínez auskommen müssen, der Borussia fehlt Ilkay Gündogan. Marco Reus dürfte nach seiner Erkältung fit werden.

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sid

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