Auslosung in Kasan

Confed-Cup 2017: DFB-Team trifft auf Copa-Sieger Chile

+
Bundestrainer Jogi Löw trifft mit Deutschland in der Gruppe B unter anderem auf Chile und Australien.

Kasan - Die Auslosung für den FIFA-Confederations-Cup in Russland 2017 hat der deutschen Mannschaft unter anderem ein Aufeinandertreffen mit Chile mit Bayern-Star Arturo Vidal. 

Die erste Visite ins winterliche Russland hat bei Joachim Löw die Vorfreude auf das Unternehmen WM-Titelverteidigung so richtig entfacht - trotz der Misstöne der Gastgeber. Die von Losfee Jelena Issinbajewa im knallroten Ballkleid zugeteilten Gegner kommen dem Weltmeistertrainer für den WM-Testlauf beim Confederations Cup im Sommer 2017 gelegen. Australien, Chile und der nächste Afrikameister sind für Löw reizvolle Kontrahenten, wenn der Weltmeistercoach sein Team mit vielen jungen Spielern fit für den nächsten Angriff auf den WM-Pokal machen will. „Was man in den paar Stunden gesehen hat, macht schon Lust auf den Confed Cup“, sagte Löw als erstes Fazit seines Wochenendtrips nach Kasan und Moskau.

Lässig schlenderte Löw durch die Loshalle in der Wolga-Metropole und stellte sich geduldig zu unzähligen Fan-Fotos mit anderen Gala-Gästen. Die Kritik der Gastgeber an den Personalplänen für den Confederations Cup wehrte Löw souverän ab. „Die Russen müssen sich keine Sorgen machen. Wir werden auf jeden Fall eine starke Mannschaft mitbringen, ganz klar. Zur Zeit kann ich noch nicht beantworten, wer dabei sein wird“, sagte Löw.

Bierhoff übt Kritik am Confed-Cup

Ein neues Konfliktthema eröffnete Teammanager Oliver Bierhoff. „Ich finde es nicht in Ordnung, dass wir hier ein Turnier zu einem schwierigen Zeitpunkt spielen, und wir als Verband noch draufzahlen müssen“, kritisierte er direkt den Weltverband FIFA. Selbst als Sieger mit 4,1 Millionen Dollar Prämie würde das Turnier für den DFB zum Zuschussgeschäft werden.

Die große Generalprobe für 2018 startet für die Weltmeister-Auswahl am 19. Juni kommenden Jahres wie bei der WM 2010 gegen Australien, als der Asienmeister in Durban mit 4:0 bezwungen wurde. Die Olympia-Stadt Sotschi wird diesmal zur Turnierheimat für den DFB. Nach dem Auftaktmatch findet auch der Vorrundenabschluss gegen den Afrikameister, der im Februar in Gabun ermittelt wird, am 25. Juni am Fischt-Stadion direkt am Schwarzen Meer statt. Dazwischen geht es am 22. Juni in Kasan gegen Chile um Bayern-Anführer Arturo Vidal.

„Ich finde Chile immer wahnsinnig interessant, weil sie immer taktisch, technisch und körperlich sehr gut aufgestellt sind. Die Chilenen sind eine der führenden Nationen. Australien ist eine Mannschaft mit viel Esprit, viel Herzblut. Auf den Afrikameister müssen wir noch ein bisschen warten. Aber es sieht interessant und spannend aus“, sagte Löw der Deutschen Presse-Agentur nach der Auslosung. Am Sonntag sollte es für die DFB-Reisegruppe noch weiter nach Moskau gehen, wo sich Löw und Teammanager Oliver Bierhoff mögliche WM-Quartiere anschauen wollen.

Löws Ankündigung, zum Turnier im kommenden Sommer nicht alle Topspieler zu schicken, hatte beim Gastgeber für ordentlich Verstimmung gesorgt. FIFA-Präsident Gianni Infantino versuchte, noch kurz vor der Zeremonie die Wogen zu glätten. „Wenn Sie glauben, Deutschland nimmt etwas nicht ernst, vor allem im Fußball, dann irren Sie sich“, sagte der Weltverbandschef.

Russlands Fußball-Boss und Spitzenpolitiker Witali Mutko konstatierte am Samstag: „Es kann sein, dass es zu Experimenten kommt, weil es das letzte große Turnier vor der WM 2018 ist. Ich hoffe, dass wir alle Stars hier sehen.“ Das von Mutko angekündigte Gespräch mit dem Bundestrainer hatte es aber zumindest vor der Auslosung nicht gegeben. Löws Russland-Fazit dürfte die Gastgeber auch milde stimmen: „Tolle Stadien, gute Infrastruktur, interessante Städte mit viel Geschichte und Kultur. Die Menschen sind sehr gastfreundlich.“

Confed-Cup 2017: Eröffnungsspiel zwischen Russland und Neuseeland

Das Eröffnungsspiel der Mini-WM bestreitet Gastgeber Russland am 17. Juni gegen Ozeanienmeister Neuseeland. Die weiteren Teams in der Gruppe A sind Europameister Portugal und Mexiko.

Im schwarzen eleganten Anzug hatte sich Löw noch im Auditorium kurz vor der Show immer wieder zum Fan-Foto mit anderen Galagästen stellen müssen. Zuvor hatten die Weltmeister in Kasan für den Aufreger gesorgt. Löws Ankündigung, zum Turnier im kommenden Sommer nicht alle Topspieler zu schicken, hatte beim Gastgeber für ordentlich Verstimmung gesorgt. FIFA-Präsident Gianni Infantino versuchte, noch kurz vor der Zeremonie die Wogen zu glätten. „Wenn Sie glauben, Deutschland nimmt etwas nicht ernst, vor allem im Fußball, dann irren Sie sich“, sagte der Weltverbandschef.

Russlands Fußball-Boss und Spitzenpolitiker Witali Mutko, wollte das Gespräch mit Löw suchen und konstatierte am Samstag: „Es kann sein, dass es zu Experimenten kommt, weil es das letzte große Turnier vor der WM 2018 ist. Ich hoffe, dass wir alle Stars hier sehen.“

Confed-Cup 2017: Joachim Löw will Spieler schonen

Die deutsche Linie ist klar. „Drei Turniere hintereinander sind für einige Spieler nicht optimal“, lautet Löws Begründung für das geplante Sommer-Schonprogramm für Akteure wie Mesut Özil oder Sami Khedira. „Ich habe Deutschland gerade gegen Italien gesehen. Die Leute sagten, das sei eine B-Elf gewesen. Aber sie war sehr stark.“ Löw hatte auch bei dem Test in Mailand (0:0) in der vergangenen Woche auf das Duo und mehrere weitere Stammspieler verzichtet.

Bierhoff hatte schon vor der Auslosung aus historischer Erfahrung gemahnt. „Was nicht passieren darf, ist, dass der Wettbewerb einen Jux-Charakter haben wird, wie es das schon gegeben hat“, erklärte er mit Hinweis auf den deutschen Auftritt 1999. „Das schließe ich auf jeden Fall aus“, ergänzte Bierhoff. Beim ersten deutschen Confed-Cup-Auftritt war die DFB-Elf vor 17 Jahren unter Bundestrainer Erich Ribbeck mit einem B-Kader gegen Brasilien (0:4) und die USA (0:2) blamabel in der Vorrunde gescheitert.

Confed-Cup 2017: Das sind die deutschen Gruppen-Gegner

Australien: Die Socceroos sind schon zum vierten Mal beim Confed Cup dabei. Der zweite Platz bei der Mini-WM 1997 war zugleich der größte internationale Erfolg. Den Startplatz in Russland holte sich das Team von Trainer Ange Postecoglou als Meister in Asien. Zuvor hatten die Australier viermal die Ozeanien-Meisterschaft gewonnen. In Deutschland aktiv: Mathew Leckie (Ingolstadt), Mitchell Langerak (Suttgart) und Robbie Kruse (Leverkusen).

Chile: Mit dem Heimsieg bei der Copa América 2015 sicherten sich die Südamerikaner ihre erste Confed-Cup-Teilnahme. Anfang 2016 übernahm der Argentinier Juan Antonio Pizzi für seinen Landsmann Jorge Sampaoli als Nationalcoach - und führte das Team um Bayern-Star Arturo Vidal gleich zum Erfolg bei der Copa América Centenario. In der laufenden WM-Qualifikation gab es sportlich einige Probleme. Gegen Deutschland spielte La Roja erst sieben Mal, gewann zweimal.

Afrikameister: Der dritte deutsche Gruppengegner wird erst am 5. Februar 2017 in Libreville beim Finale des Afrika Cups in Gabun ermittelt. Der Turniersieger erhält das letzte Ticket für den Confederations Cup. Als Favoriten gelten neben dem Gastgeber Gabun mit Dortmund-Star Pierre-Emerick Aubameyang auch die Elfenbeinküste, Ghana sowie Deutschlands WM-Gegner Algerien. Nigeria, 2013 noch Afrika-Vertreter beim Confed Cup, schied überraschend in der Qualifikation aus.

Confed-Cup 2017: Das ist der Gruppen-Spielplan der deutschen Nationalmannschaft

Gruppe B:

Sonntag, 18. Juni 2017:

Afrikameister - Chile (20.00)

Montag, 19. Juni 2017:

Australien - Deutschland (17.00)

Donnerstag, 22. Juni 2017:

Afrikameister - Australien (17.00)

Deutschland - Chile (20.00)

Sonntag, 25. Juni 2017:

Chile - Australien (17.00)

Deutschland - Afrikameister (17.00)

dpa/SID

Mehr zum Thema

Kommentare

Das könnte Dich auch interessieren