BVB verhindert frühen FCB-Titel - VfB nach 0:3 angezählt

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Christian Pulisic überwindet VfB-Torhüter Przemyslaw Tyton zum 2:0. Der zweite Saisontreffer für den BVB-Youngster. Foto: Daniel Maurer

Die Pfiffe der Fans, die Leistung beim 0:3 gegen Dortmund - das alles interessierte Robin Dutt schon Sekunden nach dem Schlusspfiff nicht mehr. Für den VfB-Sportvorstand galt: Sofort alle Konzentration auf Bremen.

Stuttgart (dpa) - Sportvorstand Robin Dutt gestikulierte wild, als sich die Fußballer des VfB Stuttgart nach dem 0:3 (0:2) gegen Borussia Dortmund von ihren treuesten Fans auspfeifen lassen mussten. "Nicht den Kopf hängen lassen", forderte Dutt sichtlich aufgebracht am Sky-Mikrofon.

"Wir müssen nach vorne schauen und an das Bremen-Spiel denken", sagte er eine Woche vor dem vorentscheidenden Abstiegs-Duell an der Weser. "Nur die Mannschaft, die sich am schnellsten fokussiert, schon heute mit der Fokussierung auf dieses Spiel beginnt, wird bestehen können."

Während die Dortmunder mit dem souveränen Erfolg durch Tore von Shinji Kagawa (21. Minute), Christian Pulisic (45.) und Henrich Mchitarjan (56.) die frühzeitige Meister-Feier des FC Bayern München verhinderten, sind die Abstiegssorgen in Stuttgart massiv größer geworden. Mit nur einem Sieg aus den letzten zehn Partien haben die Schwaben drei Spieltage vor dem Saisonende weiterhin nur zwei Punkte Vorsprung auf den von Bremen besetzten Relegationsplatz. Sollte Frankfurt am Sonntag gegen Mainz gewinnen, wäre Rang 17 nur noch drei Zähler entfernt.

"Wir müssen die Situation annehmen. Es ist wichtig, dass wir zusammenstehen. Wir müssen das zusammen bewältigen", forderte VfB-Trainer Jürgen Kramny, dem Dutt trotz der zuletzt miserablen Ausbeute das Vertrauen aussprach. "Wir sind enttäuscht, dass wir das Spiel verloren haben. Aber es gilt, den Blick nach vorne zu richten."

Auch ohne ihren auf der Bank geschonten besten Aufbauspieler Mats Hummels war Dortmund nach ein paar wilden Anfangsminuten ohne Struktur auf beiden Seiten früh das dominierende Team und holte verdient das dritte 3:0 seit dem Aus im Europapokal. "Dickes, dickes Kompliment für die Mannschaft", lobte Trainer Thomas Tuchel.

Der verdienten Führung für Schwarz-Gelb ging ein Fehler auf Stuttgarts anfälliger rechten Seite voraus. Florian Klein ließ sich zu weit raus locken und konnte dem flinken Mchitarjan dann nicht mehr folgen. Dessen Flanke drückte der Japaner Kagawa zu seinem achten Saisontor über die Linie. Beim Bundesliga-Debüt von VfB-Winterzugang Federico Barba kassierten die Schwaben damit auch im zehnten Spiel nacheinander mindestens ein Gegentor.

Die aussichtsreichsten Gelegenheiten der Stuttgarter verpufften zumeist durch schwache Abschlüsse, aus denen mitunter gefährliche Konter resultierten. Nach 26 Minuten verhinderte einzig VfB-Keeper Przemyslaw Tyton mit zwei starken Paraden das nächste Tor.

Kurz vor der Pause ermöglichte der Pole dann mit einem nach vorn abgeklatschten Ball aber doch das 2:0. Mchitarjan hatte von außerhalb des Strafraums abgezogen, den Abpraller verwertete der erst 17 Jahre alte Pulisic zu seinem zweiten Bundesliga-Tor. Bei der ersten Gelegenheit nach dem Seitenwechsel belohnte sich Mchitarjan dann doch noch mit einem eigenen Treffer und sorgte endgültig für einen Nachmittag nach dem Geschmack der BVB-Fans. "Danach ist das Spiel gelaufen", konstatierte Kramny.

In der Folge ließen die Gäste Ball und Gegner laufen. An der resignierenden Körpersprache einiger VfB-Profis änderte auch der Doppelwechsel Georg Niedermeier und Alexandru Maxim für Insua und Rupp nichts. Ramos (74.) und Moritz Leitner mit seinem Pfostentreffer (87.) vergaben sogar Chancen zum 4:0.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 45,7 - 54,3

Torschüsse: 8 - 16

gew. Zweikämpfe in %: 46 - 54

Fouls: 19 - 10

Ecken: 3 - 4

Quelle: optasports.com

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