Robinson Crusoe und Co. 

Die Top-5 berühmter Bremer, die woanders zu (Welt-)Ruhm kamen

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Die Top-5 berühmter Bremer, die woanders zu (Welt-)Ruhm kamen

Der Neandertaler kommt ursprünglich aus Bremen. Der Erfinder des „Happy Sounds“ auch, genau wie der Mann, der dem Nachbarn Hamburg quasi im Alleingang ein neues Gesicht verpasste.

Auch dabei: ein Astronom, der der Welt beinahe glaubhaft erklären konnte, dass es nachts eigentlich gar nicht dunkel werden dürfte sowie die vermutlich berühmteste fiktive Romanfigur der Weltliteratur. Hier die Top-5 der berühmtesten Bremer, die woanders zu (Welt-)Ruhm gelangten:

Platz 5 – James Last: Der Erfinder des „Happy Sounds“

Bandleader James Last

Geboren 1929 als Hans Last in Bremen, gestorben 2015 als James Last in West Palm Beach, Florida. Das sagt im Grunde schon reichlich über das bunte Leben des Weltenbummlers aus. Easy Listening, genauer: „Happy Sound“ war die Stoßrichtung seines 40-köpfigen Orchesters, welches er derart erfolgreich arrangierte, dass ihm bereits 1973 die 100. goldene Schallplatte verliehen wurde (zum Vergleich: Die Beatles schafften 58). Pro Jahr veröffentlichte Last im Schnitt zwölf neue Platten, war weltweit ein Verkaufsschlager, verbrachte seine Sommerurlaube aber am liebsten auf einem Campingplatz auf Sylt, wo ihn jeder kannte.

Platz 4 – Fritz Schumacher: Der Mann, der Hamburg stolz macht

Fritz Schumacher

Ausgerechnet ein Bremer ist es, der für einige der markantesten und repräsentativsten Gebäude Hamburgs verantwortlich zeichnet. Fritz Schumacher, Architekt und Stadtplaner, machte den Nachbarn um einiges sehenswerter als er etwa die fulminanten, für Hamburg so typischen, Backsteingebäude der Finanzbehörde am Gänsemarkt sowie das Museum für Hamburgische Geschichte, das Bernhard-Nocht-Institut und die berühmte Davidwache (alle drei auf St. Pauli) entwarf. Zudem war er beteiligt an der Gestaltung der Prachtmeile Mönckebergstraße, des Stadtparks, der Alsterkanalisierung und der Umgestaltung des Rathausmarktes. Er starb 1947 in Hamburg. Dort liegt er begraben auf dem größten Parkfriedhof der Welt im Stadtteil Ohlsdorf, für dessen Gestaltung er ausnahmsweise aber nichts kann.

Platz 3 – Heinrich Wilhelm Olbers: Bremens berühmtester Sternegucker

Als junger Mann hatte der Bremer Heinrich Wilhelm Olbers zwar angefangen, Medizin zu studieren, seine eigentliche Leidenschaft galt jedoch dem Überirdischen. Als Astronom entdeckte er zwei Kleinplaneten, sechs Kometen, und er entwickelte Methoden zur Bahnbestimmung von Himmelskörpern. Lohn für die Mühe: Heute ist das Bremer Planetarium nach dem Sterneforscher benannt. Richtig bekannt wurde der Ordensträger indes mit dem nach ihm benannten Olbersschen Paradoxon. Er war sicher: Wäre das Universum unendlich, dürfte es nachts nicht dunkel werden, schließlich gäbe es dann unendlich viele Sonnen, und somit würde auch jeder Punkt am Himmel Sonnenlicht senden. Er verstarb 1840 mit seiner berühmten Vermutung, die später widerlegt wurde.

Olber's Paradox - All Points.gif
Von Kmarinas86 - http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Olber%27s_Paradox_-_All_Points.gif, CC BY-SA 3.0

Platz 2 – Joachim Neander: Unfreiwilliger Namensgeber des Neandertalers

Joachim Neander, ein Popstar des 17. Jahrhunderts

Zugegeben: Nicht der Neandertaler selbst kommt aus Bremen, aber immerhin der Mann, dem der Urzeitmensch seinen Namen verdankt. Jener wusste davon allerdings nichts, denn Joachim Neander (gestorben 1680) hatte eigentlich so gar nichts mit Ahnenforschung zu tun, sondern war zu Lebzeiten so eine Art Popstar der Kirchenlieddichtung. Der Pastor aus Bremen fand Anstellung im Rheinland und war offenbar so wirkmächtig, dass die ganze Region nach ihm benannt wurde – das Neandertal. Lange noch bevor dort die Überreste unseres ausgestorbenen Vorfahren gefunden wurden. Seinen Lebensabend verbrachte der Geistliche übrigens wieder in der Hansestadt. Er starb als 30-Jähriger, ohne je etwas von den Menschen zu erfahren, die nach ihm benannt wurden.

Platz 1 – Robinson Crusoe: Bremer der Herzen

Robinson Crusoe - Seite 125 der tschechischen Ausgabe von 1894 (Fußabdruck der Kannibalen gefunden)

Den wohl berühmtesten Bremer der Welt hat es nie wirklich gegeben. Seinen Namen kennt trotzdem jedes Kind: Robinson Crusoe. Die vielleicht bekannteste Romanfigur der Literaturgeschichte, ein Bremer? Die Stadt nimmt das gerne an, doch ist es ehrlicherweise nicht ganz korrekt. Denn nicht der fiktive Seefahrer, der 18 Jahre auf einer einsamen Insel verbringen musste, wurde in der Hansestadt geboren, sondern dessen Vater, der später nach England übergesiedelt war. So steht es in der Geschichte von Daniel Defoe aus dem Jahr 1719, Englands allererstem Roman. Demnach hieß der Papa auch eigentlich nicht Crusoe, sondern Kreutznaer. In der Übersetzung der Geschichte von Karl Altmüller heißt es: „In England aber ist es Mode, die Worte zu verunstalten, und so heißen wir jetzt Crusoe, nennen und schreiben uns sogar selbst so, und diesen Namen habe auch ich von jeher unter meinen Bekannten geführt.“

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