Cholera-Welle hält noch an

Fast 500 Tote bei Hurrikan "Matthew" in Haiti

Ein an Cholera erkranktes Kind wird im Krankenhaus von Saint Antoine auf Haiti behandelt. Foto: Orlando Barría
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Ein an Cholera erkranktes Kind wird im Krankenhaus von Saint Antoine auf Haiti behandelt. Foto: Orlando Barría
Protest gegen ausbleibende Hilfe: Haitianische Polizisten bewachen einen festgenommenen Demonstranten. Foto: Orlando Barría
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Protest gegen ausbleibende Hilfe: Haitianische Polizisten bewachen einen festgenommenen Demonstranten. Foto: Orlando Barría
Eine Frau rettet in Playa Gelee auf Haiti verwertbare Dinge aus den Trümmern ihres Hauses. Foto: Orlando Barría
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Eine Frau rettet in Playa Gelee auf Haiti verwertbare Dinge aus den Trümmern ihres Hauses. Foto: Orlando Barría
Die Aufnahme der UN-Blauhelmmission Minustah zeigt die Stadt Jérémie im Südwesten Haitis. Dort sollen 80 Prozent der Häuser durch "Matthew" zerstört oder beschädigt worden sein. Foto: Logan Abassi/Minustah/epa
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Die Aufnahme der UN-Blauhelmmission Minustah zeigt die Stadt Jérémie im Südwesten Haitis. Dort sollen 80 Prozent der Häuser durch "Matthew" zerstört oder beschädigt worden sein. Foto: Logan Abassi/Minustah/epa
Völlig zerstörtes Les Cayes in dem Karibikstaat Haiti. Hunderte Tote und Verletzte hat der Wirbelsturm in dem bitterarmen Land zurückgelassen. Foto: Logan Abassi
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Völlig zerstörtes Les Cayes in dem Karibikstaat Haiti. Hunderte Tote und Verletzte hat der Wirbelsturm in dem bitterarmen Land zurückgelassen. Foto: Logan Abassi
In vielen Orten Haitis hat "Matthew" eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Foto: Orlando Barría
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In vielen Orten Haitis hat "Matthew" eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Foto: Orlando Barría

Der schwere Wirbelsturm zog eine Schneise der Zerstörung durch den Südwesten des bitterarmen Karibikstaats. Rettungskräfte versorgen die Menschen in dem Katastrophengebiet mit dem Nötigsten. Gesundheitsexperten warnen vor Seuchengefahr.

Port-au-Prince (dpa) - Nach dem verheerenden Hurrikan "Matthew" in Haiti steigt die Zahl der Toten immer weiter: Mindestens 473 Menschen sind durch den Wirbelsturm der Kategorie 4 ums Leben gekommen.

75 Personen wurden noch vermisst und 339 verletzt, wie der Zivilschutz mitteilte. 175 500 Menschen suchten demnach Schutz in Notunterkünften.

Vor einer Woche hatte der Wirbelsturm Haiti mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometern pro Stunde getroffen. Zahlreiche Häuser wurden zerstört, Straßen und Felder überschwemmt. Hilfsorganisationen und Behörden brachten Lebensmittel, Wasser, Hygieneartikel und Medikamente in den besonders stark betroffenen Südwesten des Landes.

"Hunderte sind ums Leben gekommen. Mindestens 1,4 Millionen Menschen brauchen Hilfe", sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. "Einige Städte und Dörfer sind fast von der Landkarte gefegt worden. Felder und Essensreserven wurden zerstört. Mindestens 300 Schulen wurden beschädigt."

Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) bot Haiti ihre Hilfe an. In einem Brief an den haitianischen Interimspräsidenten Jocelerme Privert mahnte OAS-Generalsekretär Luis Almagro rasche Wahlen an. Wegen "Matthew" war die für vergangenen Sonntag angesetzte Präsidentenwahl abgesagt worden. Ein neuer Termin soll am Freitag bekannt gegeben werden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schickte eine Million Impfdosen gegen Cholera in das Katastrophengebiet. Allerdings müssten noch weitere Schritte gegen die Ausbreitung der Suche unternommen werden, teilte die WHO mit. "Das Wichtigste ist, die Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen und die Abwasserentsorgung zu verbessern", sagte WHO-Cholera-Experte Dominique Legros.

Die Impfdosen reichen aus, um 500 000 Menschen lebenslang vor der Cholera zu schützen oder eine Million Menschen für ein halbes Jahr. Hilfsorganisationen und Rettungskräfte hatten zuletzt bereits vor der Choleragefahr gewarnt.

"Das Wasser ist hochgradig kontaminiert, weil Latrinen zerstört und sogar ganze Friedhöfe überschwemmt wurden. Es besteht die Gefahr, dass Seuchen wie die Cholera ausbrechen", sagte der Leiter von Caritas International, Oliver Müller.

Die Durchfallerkrankung Cholera wird vor allem durch verschmutztes Trinkwasser ausgelöst. Zwar verlaufen rund 80 Prozent der Infektionen milde, aber die Menschen im armen Haiti sind nach dem Wirbelsturm körperlich häufig geschwächt und damit besonders anfällig. In schweren Fällen kann der Flüssigkeitsverlust zu Kreislaufkollaps und bis zum Tod führen.

Bei einer Cholera-Epidemie nach dem schweren Erdbeben 2010 waren mehr als 8500 Menschen an der Seuche gestorben. Wahrscheinlich hatten nepalesische UN-Blauhelmsoldaten die Krankheit nach Haiti eingeschleppt.

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