Air-Berlin-Maschine flog nach Hamburg

Bombendrohung gegen Flug aus München: Wer war das?

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Gegen einen einen Flug von Air Berlin hatte es eine Bombendrohung gegeben. Foto: Karl-Josef Hildenbrand / Symbolbild

Hamburg - Kurz nach dem Start eines Air-Berlin-Fliegers von München nach Hamburg drohen Unbekannte, die Maschine mit einer Bombe zu sprengen. Der Hamburger Flughafen wird alarmiert, der Flugraum für kurze Zeit gesperrt.

Nach der Bombendrohung gegen eine Air-Berlin-Maschine suchen die Fahnder nach den Verursachern. Der Staatsschutz nehme die Ermittlungen auf, sagte in der Nacht eine Sprecherin der Bundespolizei in München.

Der Airbus A320 mit 170 Passagieren und acht Crewmitgliedern an Bord war am späten Sonntagnachmittag von München nach Hamburg unterwegs, als bei der Bundespolizei in München eine Bombendrohung einging. Alle Insassen sind nach Polizeiangaben wohlauf.

Die Dienststelle in München habe eine entsprechende E-Mail erhalten, sagte die Bundespolizei-Sprecherin weiter. Unterzeichnet sei die Nachricht im Namen des "Islamischen Kalifats Europa" gewesen. "Die Anschlagsdrohung wurde als ernsthaft eingestuft. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Drohung glaubwürdig war", sagte ein Sprecher der Bundespolizeiinspektion am Hamburger Flughafen am frühen Montagmorgen.

Als der Air-Berlin-Flieger aus München mit der Flugnummer AB6306 Hamburg erreichte, wurde der Flugverkehr über der Hansestadt für wenige Minuten unterbrochen - es durfte keine andere Maschine starten oder landen. Das verdächtige Flugzeug wurde nach seiner Landung um 18.34 Uhr auf eine Sonderposition gebracht, weit entfernt von den anderen Flugzeugen und den Gates, wie der Sprecher der Deutschen Flugsicherung, Axel Raab, berichtete.

Nach Angaben von Air Berlin überprüften Bundespolizisten Handgepäck, Reisekoffer sowie die Fluggäste nach Sprengstoff. Spürhunde suchten das Flugzeug nach Sprengsätzen ab. Eine Bombe wurde dabei nicht entdeckt. "Wir haben die Hinweise sehr ernstgenommen", sagte die Sprecherin des Flugunternehmens, Theresa Krohn.

Auf Twitter zeigten sich einige Nutzer des Kurznachrichtendienstes, bei denen es sich anscheinend um betroffene Reisende auf dem Hamburger Airport handelte, erst verwundert über die Verzögerungen, sie äußerten aber auch Verständnis für die umfangreichen Überprüfungen. "Mein Dank allen Einsatzkräften, für die Ruhe und den Respekt, mit dem wir in dieser angespannten Situation behandelt wurden", hieß es in einer Nachricht.

Auf den Flugverkehr habe die kurzfristige Sperrung nur "minimale Auswirkungen" gehabt, sagte Flugsicherungssprecher Raab. Wegen des Vorfalls habe Air Berlin zwei Flüge von Hamburg nach Stuttgart und zurück streichen müssen, für die die Maschine eingeplant gewesen sei. Inzwischen ist das Flugzeug von der Bundespolizei wieder zum Fliegen freigegeben. Es soll an diesem Montag bereits wieder eingesetzt werden.

dpa

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