Dabei sein ist alles

Die Top-5 der kuriosesten Starter bei Olympia

Die Olympischen Spiele im brasilianischen Rio laufen auf Hochtouren, noch bis zum 21. August messen sich die Athleten im sportlichen Wettkampf. Aber neben dem Kampf um Medaillen sind es oft die skurrilen Geschichten und Sportler, die lange in Erinnerung bleiben. Hier unsere Top-5 der kuriosesten Olympia-Starter.

Platz 5: Ricardo Blas junior - Unglaublich schwer und total unbeweglich

Ein echter Pfundskerl ist er, dieser Ricardo Blas junior aus Guam. Mit einem Gewicht von 210 Kilogramm war er 2008 in Peking allerdings etwas zu schwer, um im Judo-Wettbewerb etwas bewegen zu können. Ganz einfach, weil er sich selbst zu wenig bewegte. Zwei Kämpfe, zwei Niederlagen – der Ringrichter sprach jeweils vier Verwarnungen wegen Passivität aus. Vier Jahre später erreichte der schwerste Sportler aller Zeiten bei Olympia übrigens immerhin das Achtelfinale – mit einem Kampfgewicht von 218 Kilogramm.

Platz 4: Fritz Traun - Beim Laufen gescheitert, beim Tennis gefeiert

Das waren noch Zeiten, 1896, bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit in Athen. Wenn es in der einen Sportart nicht klappt, wird einfach in der nächsten gestartet. Man stelle sich nur vor, Usain Bolt scheidet im 100-Meter-Lauf in Rio aus, schnappt sich kurzerhand einen Tennisschläger und gewinnt das olympische Doppel. Geht nicht? Stimmt, aber früher war das anders. Nachdem der Hamburger Fritz Traun den Vorlauf über 800 Meter versemmelt hatte, trat er in der Tennis-Konkurrenz an. Im Einzel war direkt Endstation, aber im Doppel gewann er Gold.

Platz 3: Yassine Rahmouni - Ein königliches Pferd allein reicht nicht

Wer bei den Olympischen Spielen reiten möchte, braucht auf jeden Fall ein…? Richtig, ein Pferd. Genau das fehlte dem in den Niederlanden aufgewachsenen Marokkaner Yassine Rahmouni allerdings, um am Dressurwettbewerb 2012 in London teilnehmen zu können. Wie gut, dass er zufällig einige Monate vorher den König von Marokko beim Jetskifahren traf. Dieser schenkte ihm kurzerhand ein Pferd – mehr als der letzte Platz Sprang bei seinem Start in der Dressur allerdings nicht heraus.

Platz 2: Shiso Kanaguri - Der langsamste Marathon-Läufer aller Zeiten

Schon die Anreise zu den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm hatte es in sich: 18 Tage war Marathonläufer Shiso Kanaguri unterwegs, um aus seiner japanischen Heimat als erster Olympionik überhaupt nach Schweden zu gelangen. Entsprechend erschöpft ging er in das Rennen – und gönnte sich bei hohen Temperaturen erstmal eine Pause. Etwa bei Kilometer 27 gesellte er sich zu Anwohnern der Strecke, um völlig überhitzt etwas zu trinken. Und dann schlief er ein, sein Rennen war vorbei. Aber, ganz Sportsmann: 54 Jahre später nahm Kanaguri das Rennen an selber Stelle wieder auf, um zu Ende zu bringen, was er angefangen hatte. Seine inoffizielle Zeit für den Marathon: 54 Jahre, 8 Monate, 6 Tage, 5 Stunden und 32 Minuten.

Platz 1: Éric Moussambani - Der Schwimmer, der fast unterging

Es waren Bilder, die um die Welt gingen: Als Éric Moussambani aus Äquatorialguinea seinen Vorlauf über 100-Meter-Freistil antrat, waren alle Augen auf ihn gerichtet. Weil seine beiden potenziellen Gegner im Schwimmbecken bereits wegen Fehlstarts disqualifiziert waren, musste er nur gegen sich und die Uhr schwimmen. Da Moussambani zuvor aber noch nie ein 50-Meter-Becken gesehen und auch erst wenige Monate vor seinem Start schwimmen gelernt hatte, war das gar kein einfaches Unterfangen für ihn. Knapp unter zwei Minuten benötigte er für die Stecke, am Ende sah es fast so aus, als würde er untergehen. Das Publikum feierte ihn dennoch frenetisch und er ging als eines der prägenden Gesichter in die Geschichte der Spiele von Sydney ein. Getreu dem olympischen Motto: Dabei sein ist alles.

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