Schmutzki: Spackos Forever

Zwei Schritte vor, zwei zurück

Schmutzki - Spackos Forever

Schmutzki wollen mit ihrer zweiten Platte „Spackos Forever“ dem Punk wieder neues Leben einhauchen, greifen dafür aber nur Altebekanntes auf.

2012 erschienen sie auf der Bildfläche: Der Sieg des baden-württembergischen Landespreises „Play Live“ katapultierte Schmutzki direkt auf die große Bühne des Southside-Festivals. Dort zu bestehen, ist für eine Newcomer-Band eine große Herausforderung. Doch die drei Konstanzer schrien sich mit ihrem Sound direkt in die Herzen des Rockfestivalpublikums. Danach folgten nahtlos Auftritte als Support-Act für die Beatsteaks, WIZO und sogar die Toten Hosen. Das erste Album „Bäm“ überzeugte schlussendlich auch die Kritiker. Doch der große Durchbruch blieb Schmutzki bisher verwehrt. Nun wollen sie den mit ihrer zweiten Platte „Spackos Forever“ schaffen.

Punk ist tot. Das ist zumindest Schmutzkis Ausgangslage. Da ist es naheliegend, es sich zur Aufgabe zu machen, ihn wiederzubeleben. Eingeschlafen klingt ihre neue Platte, mit der sie das erreichen wollen, auf jeden Fall nicht. Sie schreien, sie hauen in die Saiten, sie ziehen das Tempo an. Doch sein Ziel kompromisslos zu verfolgen, sollte das gerade im Punk-Rock nicht eh immer erste Bedingung sein?

„Spackos Forever“ zeigt sich abwechslungsreich - zumindest in Bezug auf das Soundbild. Was gut ist. Parallelen zu den neueren Toten Hosen bilden sich ab („Was auch immer kommt“). An anderer Stelle kommt man nicht umhin, auf einmal „Uprising“ von Muse wiederzuerkennen und mitsummen zu wollen („Jesus Schmutzki“).

Dann zeigen sie sich hin und wieder auch noch etwas nachdenklicher und melancholischer („Dein Song“). Und mit Titeln, die vor allem im Refrain als Bierzelt-Beschallung durchgehen könnten, berühren sie noch ein ganz anderes Niveau („Sauflied“).

Leider wirken viele der Songs aber auch abgekupfert. Es fehlt die eigene Handschrift. Auch inhaltlich präsentieren Schmutzki wenig Neues. Das Dreierpack macht sich über vieles lustig: über Exfreundinnen, über die Katerstimmung im Morgengrauen, über das Leben - und vor allem auch über sich selbst. Das kann erfrischend sein. Doch vielleicht sollte man sich zur Abwechslung hier und da auch mal ernst nehmen, sodass das Publikum das auch kann.

Schmutzki auf Tournee:

04.08.2016, Stuttgart, Universum

05.08.2016, ZELTPLATZ MOB beim MINI ROCK FESTIVAL, Horb am Neckar

05.08.2016, Soundgarden Festival, Bad Nauheim

06.08.2016, Ruhrpott Rodeo, Bottrop

12.08.2016, Taubertal Festival, Rothenburg o. d. Tauber

13.8.2016, Open Flair, Eschwege

19.08.2016, Highfield Festival, Magdeborner Halbinsel am Störmthaler See

19.08.2016, Highfield Festival, Großpösna bei Leipzig

20.08.2016, Green Juice, Bonn

03.09.2016, Fritz DeutschPoeten, IFA Sommergarten

10.09.2016, Detten Rockt!, Emsdetten

21.09.2016, Reeperbahn Festival, Hamburg

3.11.2016, Köln, Luxor

4.11.2016, Frankfurt, Zoom

5.11.2016, Karlsruhe, Alte Hackerei

10.11.2016, Dortmund, FZW

11.11.2016, Oldenburg, Amadeus

12.11.2016, Dresden, Beatpol

24.11.2016, Hannover, Faust

25.11.2016, Berlin, SO36

26.11.2016, Rostock, Zwischenbau

01.12.2016, Saarbrücken, JUZ

08.12.2016, Chemnitz, Atomino

09.12.2016, Erfurt, Museumskeller

10.12.2016, Nürnberg, Club Stereo

15.12.2016, München, Backstage

16.12.2016, Konstanz, Kulturladen

17.12.2016, Düsseldorf, Mitsubishi Electric Hall

tsch

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