Barbra Streisand: Encore: Movie Partners Sing Broadway

In der Zeitschleife

Barbra Streisand - Encore: Movie Partners Sing Broadway

Zum dritten Mal veröffentlicht Barbra Streisand ein Musical-Album. Diesmal hat sie sich prominente Unterstützung ins Studio geholt.

Gealterten Stars unterstellt man ja gerne, sich mit ihren Spätwerken der Jugend anbiedern zu wollen. Denn wer will schon in Vergessenheit geraten und irgendwann mit den treuen Fans, die mit einem gemeinsam altern, dahinscheiden? Nun dürfte Barbra Streisand der jungen Generation vor allem durch den nach ihr benannten Song des amerikanischen House-Duos Duck Sauce aus dem Jahr 2010 bekannt sein, in dem der Name der Sängerin ununterbrochen wiederholt wird. Gerecht wird diese bizarre Nummer dem Vermächtnis der 74-Jährigen natürlich nicht. Und so veröffentlicht die Amerikanerin seit 1963 ein Album nach dem anderen, besonders umtriebig zeigte sie sich in den vergangenen Jahren. Doch auch der neueste Streich „Encore“ dürfte kaum geeignet sein, der Streisand eine neue Anhängerschaft zu bescheren.

Denn es sind die großen Broadway-Nummern des 20. Jahrhunderts, die sich Barbra Streisand auf ihrem neuen Album vorgenommen hat. Zugleich ist „Encore“ eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln: Schon 1961, da war sie 19, trat die junge Sängerin in Musicals auf. Und 1985, als sie bereits ein Weltstar war, veröffentlichte die Tochter einer jüdischen Familie aus dem New Yorker Stadtteil Williamsburg mit „The Broadway Album“ eine erste Sammlung großer Musicalhits. Es sollte eines ihrer erfolgreichsten Alben werden. Knapp zehn Jahre später konnte schließlich „Back to Broadway“ an den Erfolg anknüpfen.

Für Broadway-Album Nummer drei hat sich Barbra Streisand nun prominente Hilfe ins Studio geholt. Mit Hugh Jackman singt sie „Any Moment Now“, Anne Hathaway unterstützt sie bei „At The Ballet“, Jamie Foxx steht ihr für „Climb Ev'ry Mountain“ aus „The Sound Of Music“ zur Seite. Allesamt Gaststars, die man zwar im Schauspielbusiness verortet, die aber bereits Musical-Erfahrung sammelten. Überraschender ist da die Wahl manch anderer Duett-Partner: So darf Daisy Ridley, seit „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ vielversprechendes Hollywood-Nachwuchstalent, mit der Streisand ans Mikrofon treten. Und auch Ulknudel Melissa McCarthy versucht sich als Musicalstar - durchaus überzeugend.

Viel von ihrer eigenen DNA hinterlassen allerdings weder Barbra Streisand noch ihre Gäste bei ihren Musicalinterpretation. Es sind durchweg klassisch instrumentierte und etwas bieder vorgetragenen Versionen der Musical-Hits, die auf „Encore“ versammelt sind. So klingt das Album seltsam aus der Zeit gefallen. Vielleicht gut so, denn Anbiederungs-Versuche enden nicht selten peinlich. Und als Barbra Streisand hat man das sowieso nicht nötig. Geschätzt 145 Millionen verkaufte Tonträger sind dafür Beweis genug.

tsch

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