Ab ins Wochenende

Airbourne: Breakin' Outta Hell

Airbourne - Breakin' Outta Hell

Nix wie weg: „Breakin' Outta Hell“ ist das Freitagabendgebet des Hardrockers.

Jeder kennt das: eine harte Woche. Immer derselbe Trott. Probleme und Problemchen fesseln einen. Ermüdungserscheinungen treten auf. Da hilft nur eins: Schalter umlegen und los geht's. „Breakin' Outta Hell“ schickt die Sorgen in den Feierabend, den Trott in die Hölle und die Müdigkeit zum Teufel. Airbourne sind wieder da, und alles wird gut. Natürlich ist das etwas überzeichnet beschrieben. Besonders vor dem Hintergrund, dass die australischen Rocker ihre Rezeptur von Album zu Album nahezu unverändert übernehmen und somit Gefahr laufen, dass sie irgendwann immun gegen ihr eigenes Medikament werden. Endlose Touren, Promotion-Aktivitäten, Studioalben: Das Karussell des Musikgeschäfts dreht sich unaufhaltsam, seit Airbourne mit ihrem zugegebenermaßen nicht ohne Grund als „sensationell“ gehandelten Debüt meteoritenartig 2007 in die Szene einschlugen.

Aber es passt auch diesmal wieder alles. „I'm gonna hit the highway and I never look back“, rotzt Joel O'Keeffe ins Mikrofon. Es ist die erste Zeile. Und nicht die letzte, welche sich an Klischees entlanghangelt. Der Titeltrack rockt trotzdem - oder gerade deshalb - wie die vielzitierte wildgewordene Sau. Und das ist nur der Anfang. Abgewetzte Floskeln, abgewetzte Jeans. Das Dreigestirn aus Sex, Drogen und Rock'n'Roll hat die Szenerie fest im Griff. „Down On You“ versucht erst gar nicht, seine textliche Intention zu verschleiern, andere Titel wie „It's Never Too Loud For Me“ oder „When I Drink I Go Crazy“ sind weniger anzüglich, aber kaum weniger eindeutig.

Und auch die musikalische Ausgestaltung der feierwütigen Fahrt ins Wochenende lässt die Fragen im Schrank. „Über Musik zu schreiben, ist wie zu Architektur zu tanzen“, heißt ein wenig journalistenfreundlicher Spruch. Aber gerade bei einer Platte wie dieser kommt er einem in den Sinn. PC aus, Stereoanlage an, Stift in die Ecke, Bier aus dem Kühlschrank.

Der Ausbruch gelingt. Mit der guten alten Feile werden die Stäbe der Fenstergitter durchtrennt. Es gibt auf „Breakin' Outta Hell“ keinen einzigen Song, über den man groß nachdenken muss. Vielleicht bis auf „It's All For Rock N' Roll“: Der Rausschmeißer ist Lemmy gewidmet. Da klopft für einen Moment die Nachdenklichkeit an. Der große Motörhead-Mann weilt nicht mehr unter uns. Bands wie Airbourne sorgen dafür, dass er auch im aktuellen Musikgeschehen weiterlebt. Und damit: zurück zum ersten Song, einen Drink auf Lemmy und weiter auf der Autobahn in Richtung Wochenende!

Airbourne auf Tournee:

28.10.2016, Hamburg, Barclaycard Arena

29.10.2016, Berlin, Mercedes-Benz Arena

31.10.2016, München, Olympiahalle

07.11.2016, Stuttgart, Schleyerhalle

09.11.2016, Köln, Lanxess Arena

10.11.2016, Frankfurt, Festhalle

12.11.2016, Leipzig, Arena

13.11.2016, Oberhausen, König-Pilsener-Arena

tsch

Kommentare

Das könnte Dich auch interessieren