Bastille: Wild World

Wilde, verrückte Welt

Bastille - Wild World

Bastille sind mehr als ein oberflächliches Pop-Phänomen - das beweist das Londoner Quartett auf seinem zweiten Album „Wild World“.

„Man mag den Fernseher doch gar nicht mehr anschalten“, sagt Dan Smith, Sänger der britischen Band Bastille mit nachdenklichem Gesicht. „Die Schießerei in Orlando, der Terroranschlag in Paris, die Bomben in Istanbul und Bagdad, die Situation in Syrien ... Das wirkte sich zwangsläufig auch auf unser zweites Album aus.“ „Wild World“ heißt es, und ist nicht nur musikalisch mutiger und draufgängerischer als der Vorgänger.

„Bad Blood“, das Debütalbum des Londoner Quartetts, wurde vor drei Jahren zum echten Überraschungserfolg: Vier Millionen Mal ging es über die Ladentische. Doch es bescherte Bastille nicht nur Ruhm und Anerkennung. Schnell wurden die Briten von so manchem als oberflächliches Pop-Phänomen abgestempelt. Ein Vorurteil, mit dem „Wild World“ aufräumt.

Handelte ihr Debüt noch vom Heranwachsen und den damit verbundenen Ängsten, geht es dieses Mal um den ganz alltäglichen Wahnsinn in der Welt um uns herum. „Warmth“ zum Beispiel beschreibt, wie überwältigend es manchmal sein kann, die Zeitung aufzuschlagen oder die Nachrichten einzuschalten: „Hold me in this wild wild world“, fleht Smith.

In dem von Streichern umspülten „The Currents“ derweil wundert er sich über Menschen, die untragbare Ideen in die Welt hinaus posaunen. Das können Donald Trump und Nigel Farage sein oder einfach ein Typ im Pub um die Ecke. Dabei geht es Bastille nicht darum, ihre eigene Meinung kundzutun, sondern schlichtweg zu beleuchten, wie es ist als ganz normaler Mensch in dieser Welt.

Doch auch musikalisch erreichen die Vier neue Sphären: Epische Hymnen treffen auf nachdenkliche Balladen und druckvolle Gitarrenriffs wie in „Blame“, minimalistische Elektro-Klänge á la Depeche Mode auf groß angelegte Synthies und HipHop-Einflüsse auf Streicher. Zwischen den Songs finden sich zahlreiche Skits, zum Beispiel aus dem Achtziger-Jahre-Film „Weird Science“, aber auch aus obskuren Dokumentationen. Sie sollen dazu einladen, tiefer in die Songs einzutauchen.

Bastille auf Tournee:

17.11.2016, Hamburg, Sporthalle

25.11.2016, Berlin, Max-Schmeling-Halle

28.11.2016, München, Zenith

29.11.2016, Düsseldorf, Mitsubishi Electric HALLE

tsch

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