Biffy Clyro: Ellipsis

Die Wiedergeburt

Biffy Clyro - Ellipsis

Dafür, dass Sänger Simon Neil zunächst mit einer Schreibblockade zu kämpfen hatte, ist das neue Biffy-Clyro-Album „Ellipsis“ ziemlich beeindruckend - musikalisch, aber auch textlich.

Schreibblockade - mit diesem unangenehmen Wort kann nun auch Biffy-Clyro-Sänger Simon Neil etwas anfangen. Mit ihrem sechsten Album „Opposites“ hatte die schottische Rockband es 2013 erstmals an die Spitze der britischen Charts geschafft. Doch als Simon sich anschließend an die Arbeit zum Nachfolger machen wollte, blieb das Blatt Papier vor ihm einfach weiß. Hatte er etwa alle guten Songs schon geschrieben? Neil dachte eine Weile nicht an Biffy Clyro, ging nach Kalifornien und nahm unter den Namen ZZC ein Soloalbum auf, das nächstes Jahr erscheinen soll. Und eines Tages, als Simon Zuhause am Klavier saß, platzte der Knoten plötzlich. Das Ergebnis trägt den Titel „Ellipsis“ - ein mutiges und verdammt intimes Album.

Während die ersten drei Biffy-Clyro-Platten noch im Prog, Math Rock und Post-Hardcore zuhause waren, näherte die Band sich mit den drei Folgewerken dem Mainstream an, die Songs und Rhythmen waren deutlich eingängiger. „Ellipsis“ derweil, um es mit Neils eigenen Worten zu sagen, „umarmt das Chaos“: Da sind harte Gitarren-Riffs und sanfte Balladen, eingängige Melodien, aber auch versteckte progressive Klänge. Erstmals arbeitete die Band mit Samples; Elektronik-Beats sind ebenso zu hören wie vereinzelte Bläser und ein Kinderchor. Gängige Songstrukturen brechen Biffy Clyro immer wieder auf.

Dazu macht Neil in seinen Texten reinen Tisch. Es geht auf dem Album darum, die negativen Seiten der eigenen Persönlichkeit zu akzeptieren und sich selbst nicht zu sehr zu verurteilen. Darum, Verantwortung zu übernehmen und sich selbst wachzurütteln; um innere Kämpfe und Stärke, aber auch darum, Leute zu verlieren. In „Friends & Enemies“ zum Beispiel stellt Neil die Freundschaft zu Menschen in Frage, die einem nicht gut tun, „Medicine“ handelt davon, sich manchmal betäuben zu wollen - und sich deshalb eben nicht schlecht zu fühlen. Schlussendlich macht es deshalb Sinn, dass Biffy Clyro auf dem Cover des Albums nackt eine Art Fötushaltung einnehmen: „Ellipsis“ ist ihre Wiedergeburt.

Biffy Clyro auf Tournee:

18.08.2016, Open Air Gampel, Festival

23.10.2016, München, Zenith

24.10.2016, Berlin, Max-Schmeling-Halle

04.11.2016, Hamburg, Alsterdorfer Sporthalle

08.11.2016, Frankfurt Festhalle

11.11.2016, Köln, Lanxess Arena

tsch

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