Heaven Shall Burn: Wanderer

Das Wandern ist des Metallers Lust

Heaven Shall Burn - Wanderer

Da brennt die Luft: Heaven Shall Burn ballern sich auf „Wanderer“ durch die härtesten Abschnitte auf der musikalischen Landkarte.

Sie sind die vielleicht intelligenteste Erfindung seit Einbruch des Metalcore-Zeitalters in Deutschland: Konsequent haben sich Heaven Shall Burn zu einem der begehrtesten Akteure am oberen Ende der Härteskala gemausert. „Wanderer“ ist bereits ihr achtes Studioalbum und pflügt durch sämtliche stilistische Gefilde, welche im Lebenslauf des Quintetts auftauchen.

Es ist kein Spaziergang im Sonnenschein. Es ist ein beschwerlicher Trip. Schon die ersten Meter ziehen sich bedrohlich und schweißgebadet hin. Nach knapp zweieinhalb Minuten geht „The Loss Of Fury“ dann in das elektrisch aufgeladene „Bring The War Home“ über. Es blitzt und donnert und ist doch Musik in den Ohren der Fans.

Faszinierend, mit welch sicherer Hand die Thüringer Recken in ihre Werkzeugkiste greifen. Zum Mähneschütteln gibt es viele Gründe, zum Kopfschütteln keinen einzigen. Zwischen Metalcore, Thrash Metal und Melodic Death Metal wandeln sie durch die Wälder. Man hört jetzt schon die Schlachtgesänge zu „Corium“, sieht die Massen zum ultraharten „Prey Of God“ (feat. George „Corpsegrinder“ Fisher) durchdrehen, stellt sich stolz den Truppen von „They Shall Not Pass“ entgegen. Und erfreut sich am Ende erschöpft an dem von My Dying Bride angelieferten „The Cry Of Mankind“.

Es geht auf „Wanderer“ auch um die Suche nach dem eigenen Ich, um den notwendigen Rückzug in die Einsamkeit im Angesicht einer immer komplexer und verrückter werdenden Welt. Das kontrollierte Zuschütten mit brüllender Energie steht nur scheinbar in Kontrast dazu. Heaven Shall Burn perfektionieren, was die härtesten Metal-Spielarten seit Anbeginn auszeichnet: die Ventilfunktion als Abschütteln des Alltagmülls, Stärkung durch komplettes Auspowern.

Ihr letztes Album „Veto“ (2013) stürmte bis auf den zweiten Platz der Charts. Angesichts der musikalischen Kompromisslosigkeit, die an den Tag gelegt wurde, ein erstaunliches Ergebnis. Vor diesem Hintergrund könnte „Wanderer“ seinen Vorgänger sogar übertreffen. Denn die melodisch geprägten Leadgitarren sowie das Kratzen am Tor des eingängigen Dunkelmetalls dürften für Pluspunkte im Bereich derjenigen Klientel sorgen, welche Atempausen im Riffhagel zu schätzen weiß.

Heaven Shall Burn auf Tournee:

16.09.2016, Metal Hammer Award, Kesselhaus

17.09.2016, Chemnitz, AJZ Talschock

18.09.2016, Essen, Zeche Carl

19.09.2016, Köln, Gebäude 9

20.09.2016, Frankfurt, Zoom

21.09.2016, Hamburg, Knust

22.09.2016, München, Ampere

23.09.2016, Wien, Szene

24.09.2016, Aarau, Kiff

25.09.2016, Freiburg, Crash

tsch

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