„Brave Enough“

Lindsey Stirling veröffentlicht drittes Album

Lindsey Stirling - Brave Enough

Erst warf der Tod ihres besten Freundes Lindsey Stirling aus der Bahn - doch dann beschloss sie, Wut, Trauer und Angst in etwas Positives zu verwandeln. Das Ergebnis ist ihr drittes Album „Brave Enough“.

Man kann Lindsey Stirling zweifellos als Workaholic bezeichnen. In den vergangenen vier Jahren hat die Violinistin zwei Studioalben, eine Konzert-DVD und zuletzt die zusammen mit ihrer Schwester verfasste Biografie „The Only Pirate At The Party“ veröffentlicht. Das Wirtschaftsmagazin „Forbes“ wählte Stirling letztes Jahr sogar unter die 30 einflussreichsten Musiker unter 30 Jahren. Mit anderen Worten: Es lief ziemlich rund für die 29-Jährige - bis das Leben sie letzten Sommer abrupt ausbremste. Stirling wollte sich gerade an die Aufnahmen für ihr drittes Album machen, als ihr bester Freund und Pianist Jason Gaviati nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt verstarb. Es sei die schwierigste Zeit ihres Lebens gewesen, sagt sie heute. Doch die Kalifornierin gibt sich „Brave Enough“.

Um den Verlust zu verarbeiten, trug Stirling jeden Tag etwas, das sie an Gaviati erinnerte: Eines seiner T-Shirts, seine Mütze oder ein Halsband, das er ihr geschenkt hatte. Das wirkte sich auch auf ihr neues Album „Brave Enough“ aus. Die Songs sind komplett anders geworden, als sie es sich vorgestellt hatte. Neben der bewährten Mischung aus klassischen Elementen und elektronischer Musik experimentiert Stirling dieses Mal noch mehr mit Einflüssen aus Alternative, Rock, Country und Rap.

Dafür hat sie zahlreiche Gäste eingeladen. Der Titeltrack ist ein Duett mit Christina Perri, das von einem treibenden Beat getragene „Hold My Heart“ glänzt durch die rauchige Stimme von Songwriterin ZZ Ward. „Something Wild“ vereint prägnante Violinenklänge mit Akustikgitarren sowie den Gesang von Andew McMahon und auf „Don't Let The Feeling Fade“ ist nicht nur Weezer-Sänger Rivers Cuomo, sondern auch Rapper Lecrae zu hören.

Ihrem verstorbenen Freund hat Stirling die Klavier-Ballade „Gavi's Song“ gewidmet - zweifellos der emotionalste und anmutigste Song, der gleichzeitig die Botschaft des Albums zusammenzufassen scheint. Wurde Stirlings zweite Platte „Shatter Me“ von den Erlebnissen während ihres Kampfes gegen die Magersucht inspiriert, geht es jetzt darum, Gefühle zuzulassen, sich zu öffnen. „Wir Menschen sind alle so vielschichtig, ich wollte deshalb ein Album darüber schreiben, das Leben mit offenem Herzen zu leben und verletzlich zu sein“, sagt sie. „Die Platte beginnt sehr verschlossen und ängstlich, aber am Ende hat sie einen viel wärmeren und offeneren Vibe. Es war sehr therapeutisch, dieses Album zu machen.“

tsch

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