J.B.O.: 11

Vernarrt in den Heavy Metal

J.B.O. - 11

Blödsinn hält jung: J.B.O. versehen harte Rockmusik mit rosaroten Duftnoten.

„Wir lassen uns das Blödeln nicht verbieten“. Der erste Song des elften Albums aus der Hand der bekanntesten Adresse in Sachen Comedy-Metal sagt alles: Wer einen tieferen Sinn sucht, kann woanders bohren. J.B.O. bewerben sich mit „11“ um die nächste Dienstzeit als Narren am Hofe des Heavy Metals. Und immer gilt: Pink ist die Farbe. Für die Metal-Gemeinde in etwa so attraktiv wie Knoblauchsoße für einen Vampir. Wobei jeder, der mit der Szene vertraut ist, weiß: Spaß gehört dazu und Selbstironie ist kein Fremdwort. J.B.O. sind anerkannt, seit über einem viertel Jahrhundert. Und ihre Lizenz zum Blödeln ist weiterhin gültig.

Es ist ein Mix aus Coverversionen, eigenen Kreationen und kurzen Witzeinlagen, welchen die fränkischen Frohnaturen kredenzen. Letztere kann man auch diesmal nach dem ersten Lacher getrost vergessen. Denn erst wenn ein fettes Schlagzeug und Marshall-Türme locken, geht es den Jungs und ihren Zuhörern richtig gut. „Weil ich Metaller bin“ texten sie in Abwandlung auf Lucilectrics „Mädchen“. Der Song reiht sich brav zwischen „I Don't Like Metal“ („Dreadlock Holiday“), „Ein Fest“ („Go West“) und unzähligen anderen Verballhornungen ein.

Auch der ZZ-Top-Klassiker „La Grange“ muss diesmal dran glauben („Har Har Har“), und Ace-Frehley-Fans werden ahnen, was ihnen beim „Nürnberg Groove“ blüht. „Those Were The Days“ nennt sich dagegen „Jetzt ist halt heut“ und sehnt sich mit einer durchaus dem Original verbundenen, seufzenden Note zurück in die Zeiten, als Telefone mit Schnur und Metallica mit Cliff Burton zum Alltag gehörten.

Ans Eingemachte geht „11“ ebenfalls: Wenn zum Beispiel Markus Söder, der mit Bassist Ralph Bach einst zur Schule ging, ins Visier der selbsternannten Verteidiger des Blödsinns rutscht. Kabarettist Joe Heinrich schlüpft in „Söderla“ in die Rolle des Politikers und bekommt standesgemäß einiges zu hören. Und auch wenn der „Panzer Dance“ den unsäglichen „Burger Dance“ in einen überdrehten Anti-Kriegssong verwandelt, zeigt sich des Klamauks politische Seite.

Gerade an dieser Nummer wird einmal mehr klar: Das hier ist nicht für den täglichen Gebrauch gemacht. Es funktioniert beim ersten Hören (Stichwort: Überraschungseffekt), auf Partys und Festivals, im Konzert sowie als Teil des Kuriositätenkabinetts im Plattenregal. Das sollte allerdings auch reichen. Denn Spaß macht es allemal.

J.B.O. auf Tournee:

06.07.16, Ballenstedt, RockHarz Open Air

11.07.16, Nürnberg, Serenadenhof

14.07.16, Rieden-Kreuth, G.O.N.D.

13.08.16, Eschwege, Open Flair Festival

27.08.16, Schleswig, Baltic Open Air

17.09.16, Erlangen, E-Werk

28.10.16, Hamburg, Markthalle

29.10.16, Markneukirchen, Framus & Warwick Music Hall

03.11.16, Frankfurt, Batschkapp

04.11.16, Erfurt, HsD

05.11.16, Leipzig, Täubchenthal

17.11.16, Berlin, Postbahnhof

18.11.16, München, Backstage

19.11.16, Stuttgart, LKA

24.11.16, Köln, LMH

25.11.16, Hannover, Capitol

09.12.16, Oberhausen, Turbinenhalle 2

10.12.16, Geiselwind, Christmas Bash

17.12.16, Karlsruhe, Knock Out Festival

27.12.16, Herford, X

27.01.17, Giessen, Hessenhalle

28.01.17, Pirmasens, Quasimodo

03.02.17, Dresden, Tante Ju

04.02.17, Lohr, Stadthalle

11.02.17, Obertraubling, Airport Obertraubling

18.02.17, Memmingen, Kaminwerk

03.03.17, Rostock, Mau Club

04.03.17, Kiel, Pumpe

tsch

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