Urteil: Pelham durfte Kraftwerk-Sample nutzen

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Seine Geduld hat sich ausgezahlt: Moses Pelham wurde vom Bundesverfassungsgericht im zweiten Anlauf Recht zugesprochen. Sabrina Setlurs „Nur mir“ darf wieder samt Kraftwerk-Sample im Radio gespielt werden.

Fast 20 Jahre zog sich ein in Deutschland einzigartiger Rechtsstreit hin: Das Bundesverfassungsgericht hat dem Frankfurter Rap-Urgestein Moses Pelham nun doch im Fall gegen die Band Kraftwerk Recht zugesprochen.

1997 bediente sich der heute 45-Jährige für Sabrina Setlurs „Nur mir“ bei den Elektropionieren. Dabei handelte es sich um zwei Sekunden aus „Metall auf Metall“, in denen ein Schlagzeug zu hören ist. Da Pelham weder fragte, noch dafür zahlte, erwirkte Kraftwerks Ralf Hütter gerichtlich, dass das Lied nicht mehr gespielt werden durfte. Pelham klagte bereits 2012 dagegen, unterlag allerdings. Im zweiten Anlauf hatte er nun mehr Erfolg. Zusammenfassend lautet das Urteil aus Karlsruhe: „Die Verwendung von Samples zur künstlerischen Gestaltung kann einen Eingriff in Urheber- und Leistungsschutzrechte rechtfertigen.“ Dies sei der Fall, wenn die „Verwertungsmöglichkeiten“ des Rechteinhabers, in diesem Fall Kraftwerk, „nur geringfügig beschränkt“ werden. Deutschlands oberste Verfassungshüter befassten sich laut des Vorsitzenden des Ersten Senats, Ferdinand Kirchhof, erstmals in ihrer Geschichte mit verfassungsrechtlichen Fragen des Urheberrechts.

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