Genug gemeckert

Sportfreunde Stiller: Sturm & Stille

Sportfreunde Stiller - Sturm & Stille

Auf ihrem siebten Album „Sturm & Stille“ machen die Sportfreunde Stiller das meiste wie immer und ein paar Dinge neu. Seinen Optimismus bewahrt sich das Trio dabei - allen Nörglern zum Trotz.

Wann hat es eigentlich angefangen, das kollektive Sportfreunde-Stiller-Bashing? Jedenfalls scheint es dieser Tage total en vogue, die Münchener doof zu finden. Wenn man sich die Kritiken zum siebten Album der Band so durchliest, könnte man meinen, es sei Pest und Cholera zugleich. Dabei ist „Sturm & Stille“ in Wirklichkeit bloß eine Sammlung fröhlicher Lieder voller lustiger Keyboard-Linien. Es gibt wahrlich Schlimmeres und vor allem auch Banaleres.

20 Jahre ist es her, dass die Sportfreunde mit ihrem manchmal etwas ungelenken Indie-Rock auf sich aufmerksam machten. Sich nicht zu wiederholen, das gehört nach zwei Dekaden zweifellos zu den größten Herausforderungen. „Ich will neue Wege wagen“ textet Sänger Peter Brugger also in der ersten Single „Raus in den Rausch“. Zugegeben: Komplett neu erfinden die Sportfreunde sich mit dem Album nicht, aber ein paar kleine Überraschungen hat „Sturm & Stille“ tatsächlich zu bieten.

So behutsam die mit Bläsern verzierte Akustik-Ballade „Rotweinflaschengrün“ daher kommt, so grell fiepen die Synthesizer in „Lumpi (L.U.M.P.I.)“ zum Sprechgesang von Drummer Florian Weber. Mit „Disco 4000“ ist sogar ein richtig tanzbares Disco-Stück vertreten. Dazwischen gibt's jede Menge schnörkellosen und kurzweiligen Indie-Rock, eingängige Refrains und obendrauf ein paar groß angelegte Streicher und Chöre.

Als „süße Medizin gegen Zaudern, Zweifel und Zögern. Gegen Pessimismus, Mutlosigkeit, Engstirnigkeit, Traurigkeit und Lieblosigkeit“ preist die Plattenfirma „Sturm & Stille“ an. Brugger bedankt sich bei den Fans („Auf Jubel gebaut“) und singt ein paar Songs über die Liebe („Sturm & Stille“, „Das Geschenk“). Manchmal wird's ein bisschen kitschig („dich hat der Himmel geschickt“) - aber manchmal auch richtig nachdenklich.

Zum Beispiel, wenn Brugger in „Keith & Lemmy“ über den Tod sinniert oder sich in „Zwischen den Welten“ fragt, was in unserer Welt eigentlich los ist. Eine gewisse Portion Optimismus schwingt dabei trotzdem immer mit. Allein deshalb hat „Sturm & Stille“ schon seine Berechtigung. Denn gemeckert wird in Deutschland doch sowieso schon genug.

Sportfreunde Stiller auf Tournee:

18.11.2016, Karlsruhe, Substage

19.11.2016, Kaiserslautern, Kammgarn

21.11.2016, Braunschweig, Stadthalle

22.11.2016, Bremen, Pier 2

23.11.2016, Offenbach, Capitol

25.11.2016, Leipzig, Haus Auensee

26.11.2016, Erfurt, Thüringenhalle

28.11.2016, Köln, E-Werk

29.11.2016, Erlangen, Heinrich-Lades-Halle

30.11.2016, Chemnitz, Arena

03.12.2016, Mönchengladbach, Sparkassen Park

10.12.2016, Kassel, Stadthalle

11.12.2016, Hamburg, Große Freiheit

12.12.2016, Flensburg, Deutsches Haus

14.12.2016, Berlin, C-Halle

15.12.2016, Dortmund, Westfalenhalle 3

16.12.2016, Mannheim, Maimarkt Club

18.12.2016, München, Kongresshalle

19.12.2016, München, Kesselhaus

20.12.2016, München, Muffathalle

tsch

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