Band Of Horses: Why Are You Ok

Ein Rundum-Wohlgefühl

Band Of Horses - Why Are You Ok

Auf ihrer fünften Platte „Why Are You Ok“ überzeugen Band Of Horses mit ruhigen Momenten und unaufgeregter Sicherheit.

„In der Vergangenheit bin ich vor dem Leben immer weggelaufen, um kreativ zu sein. Aber ich habe festgestellt, dass das nicht mehr funktioniert.“ Also brauchte Ben Bridwell eine neue Strategie, um an seiner Musik zu arbeiten. Seit dem letzten Band-Of-Horses-Studiowerk „Mirage Rock“ sind mittlerweile vier Jahre vergangen. In dieser Zeit scheint das Band-Of-Horses-Mastermind einen neuen Weg gefunden zu haben. „Why Are You OK“ ist das Ergebnis.

Vier Töchter, eine Ehefrau und eine Nanny: Wenn man mit sechs Frauen unter einem Dach lebt, bleibt wenig Zeit für das Einsiedler-Musizieren. Aber das brauchte Ben Bridwell für die Arbeit am fünften Studioalbum auch nicht mehr: „Von einer Million Frauen umgeben zu sein, gab mir eine gewisse Balance.“ Jetzt nutzte er diese Synergien und ließ seinen Schaffensprozess einfach laufen.

Mit den fertigen Texten und seinen Bandkollegen macht er sich auf den Weg nach North Carolina, um unbefangen drauflos zu musizieren - egal ob alte oder neue Songs, ohne Druck und äußere Zwänge. Ähnlich verhielt es sich während der Produktion mit Grandaddy-Frontman Jason Lytle. Für dessen erste Arbeit außerhalb des eigenen Bandkosmos' ließen sich er und Bridwell Zeit und spielten mit den Songs herum. Der Spaß stand im Vordergrund.

Diese Ruhe durchzieht nun das gesamte Endergebnis. „Why Are You OK“ umgibt Leichtigkeit. Vom ersten bis zum letzten Ton wird der Hörer eingefangen. Begonnen mit dem zweiteiligen Opener „Dull Times / The Moon“, der sich mit Bridwells wohliger Stimme als klassische Band-Of-Horses-Ballade tarnt und, wenn nach knapp fünf Minuten die Akustikgitarre durch eine elektronische getauscht wird, in Geschrammel ausbricht. Ein Vorbote, der andeutet, was das Album im weiteren Verlauf ausmacht: Band Of Horses können sich angenehm gefühlvoll zeigen, ohne in Pathos abzudriften, und groß und rockig erscheinen, ohne aufdringlich zu klingen.

„Solemn Oath“ klingt wie ein Freiflug, unbeschwert und einladend, bei dem ein druckvolles Schlagwerk und starke Gitarren den nötigen Antrieb liefern. „Hag“ baut an Geschwindigkeit ab, nimmt sich etwas zurück und zieht den Hörer dahinsickernd in träumerische Gefilde. „Casual Party“ entreißt einen dann wieder aus diesem Ruhezustand und entsagt freiheitsliebend den langweiligen Partys, die sie besingen. Die perfekte Abrundung liefert „Even Still“: Bridwells sanfte Stimme bringt hier gepaart mit einigen minimalistischen instrumentellen Akzenten den Hörer melancholisch zur Ruhe.

Band Of Horses Tournee:

20.06.2016, Köln, Gloria

22.06.2016, Berlin, Zitadelle Spandau

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