„Bleib unterwegs“: Elektro, Pop & Rock

Laith Al-Deen auf der Breminale – So klingt das neue Album

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Hat wieder allen Grund zur guten Miene: Laith Al-Deen scheint sich und die Freude an der Musik wiedergefunden zu haben.

„Bleib unterwegs“? Von wegen: Laith Al-Deen klingt auf seiner neuen Platte so richtig angekommen. Heute spielt er auf der Breminale.

Laith Al-Deen ist mit einem neuem Album zurück und geht im Herbst auf Tour. Am heutigen Donnerstag spielt er auf der Breminale. Ab 21.30 Uhr ist er im Baronesse-Zelt zu sehen und zu hören.

Der Sänger hat sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen: Nachdem er eine ganze Weile mit Zukunftsängsten und Selbstzweifeln bis hin zur Depression gekämpft hatte, veröffentlichte er vor knapp zwei Jahren das Album „Was wenn alles gut geht“. Der Befreiungsschlag gelang: Nicht nur positionierte Al-Deen sich wieder als relevanter Künstler in den deutschen Charts, er vertrieb auch seine inneren Dämonen. Das ist auch auf seinem neuen Langspieler zu hören: Anders als der Titel „Bleib unterwegs“ suggeriert, klingt Al-Deens Gesang, als sei er ganz bei sich angekommen - gelassen, geerdet, selbstbewusst. Musikalisch bleibt er trotzdem beweglich.

War der Vorgänger deutlicher in Richtung Rock getrimmt und spielte nur hin und wieder mit kleinen Elektro-Anleihen, wagt sich das aktuelle Album noch ein Stückchen weiter vor: Immer wieder wird auch Al-Deens markige Stimme mit Effekten bearbeitet, die Instrumentals werden mit Filtern verziert. Sehr gut fügt sich beispielsweise der sanft puckernde Elektro-Puls in den Mutmach-Song „Im Vorbeigehen“ ein, und auch das Space-Disco-Intro von „Du fehlst“ macht richtig Laune.

Angesichts dessen ist es besonders schade, dass ausgerechnet der Opener „Alles hat seine Zeit“ im Vergleich ein wenig planlos mit Effekten zugepflastert wurde und auch sonst mit seinen Poesiealben-Plattitüden kaum überzeugen kann. Aber schon die nächste Nummer „Nichts, was es nicht gibt“, die Al-Deen zusammen mit der Hamburger Songwriterin Cäthe singt, versöhnt mit ihrem freundlichen Refrain.

Das Lied sticht auch wegen seiner puristischen Inszenierung aus dem Album heraus, und hier akzeptiert man sehr gerne die Streicher, die andernorts („Feuer“) ein wenig zu viel Pathos verbreiten. Insgesamt ist Al-Deen auf seinem Album eine gute Mischung aus Elektro und Akustik, aus Pop- und Rock-Elementen gelungen. Unaufgeregt auf jeden Fall, wenig aufregend möglicherweise auch, selten gefühlig, dafür mit viel Gefühl.

Laith Al-Deen auf Tournee:

30.09.2016, Bad Sooden-Allendorf, Kulturzentrum

03.10.2016, Mannheim, Capitol

04.10.2016, Frankfurt, Batschkapp

05.10.2016, Saarbrücken, Garage

07.10.2016, Stuttgart, Im Wizemann

08.10.2016, Karlsruhe, Tollhaus

09.10.2016, München, Muffathalle

11.10.2016, Bochum, Zeche

12.10.2016, Köln Live, Music Hall

13.10.2016, Hannover, Capitol

14.10.2016, Bremen, Pier 2

16.10.2016, Berlin Huxley's, Neue Welt

18.10.2016, Hamburg, Große Freiheit

20.10.2016, Dresden, Alter Schlachthof

21.10.2016, Leipzig, Haus Auensee

tsch

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