Rage: The Devil Strikes Again

Die Rückkehr der Wutbürger

Rage - The Devil Strikes Again

Kumpels statt Koryphäen: Mit „The Devil Strikes Again“ stellt Rage-Mastermind Peavy Wagner seine beiden schlagkräftigen neuen Mitstreiter vor.

Es ging ein mittelschweres Beben durch die deutsche Heavy-Metal-Landschaft, als 2015 bekannt gegeben wurde, dass sich Victor Smolski und André Hilgers von Rage trennen würden. Einige befürchteten gar das Ende der Institution, die seit den Achtzigern eine sichere Bank für ebenso unprätentiösen wie raffiniert gearbeiteten Heavy-Metal darstellt. Aber nun kehrt der unerschütterliche Peavy Wagner mit zwei neuen Weggefährten und „The Devil Strikes Again“ zurück.

Die beiden tragen keine bekannten Namen. Aber sie sind seit ihrer Jugend Rage-Fans, die, so Peavy, „die Geschichte der Band wahrscheinlich besser kennen als ich“. Marco Rodriguez ist Wahl-Belgier, gebürtiger Venezolaner und der neue Saitenmann. Hinter dem Schlagzeug sitzt mit Vassilios „Lucky“ Maniatopoulos ein Deutsch-Grieche, der sich als Roadie des langjährigen Rage-Drummers Chris Efthimiadis entpuppt. Es sind klare Indizien: Personalien, die Erwartungshaltungen schüren, wurden vermieden. Dafür gibt es deutliche Anzeichen, dass die 90-er wieder aktuell werden.

Und genau so ist es. Termini wie Virtuosität und Progressivität bleiben in der Schublade. „The Devil Strikes Again“ knallt. Punkt. Man hört dem Sänger und Bassisten Peavy an, wie er befreit aufspielt. Die diversen Studio-Trailer kehren den unbeschwerten Spaß hervor, den die Band - übrigens eines der wenigen Power-Trios der Szene - während der Aufnahmen hatte. Sicher, das Album klingt streckenweise profaner und grober als seine direkten Vorgänger. Aber genau das zeichnete Rage lange Zeit aus: Leicht verständlich, ohne den Dreiakkorde-Rock zu berühren. Hart, bisweilen auch thrashig, ohne den Sinn für Melodien zu verlieren.

Trotzdem: Auch auf „The Devil Strikes Again“ machen Gitarren-Soli Laune („Deaf Dumb And Blind“), mischt das Schlagzeug ordentlich mit („The Devil Strikes Again“) und wird mit „The Dark Side Of The Sun“ ein Schwergewicht von Song in den Ring geworfen. Wobei vermutet werden darf, dass typische Kracher wie „Spirits Of The Night“ oder „My Way“ die Herzen vieler Fans stürmischer erobern werden. Rage sind zurück. Und da Ex-Gitarrist Victor Smolski sich mit seiner hervorragenden Almanac-Scheibe auf einer anderen Wiese ähnlich wacker schlägt, darf für einmal gesagt werden: Diese Trennung war ein voller Erfolg.

tsch

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