Teesy: Wünschdirwas

Da rappelt's im Karton

Teesy - Wünschdirwas

Mehr ist mehr: Auch auf seinem zweiten Album „Wünschdirwas“ reizt Teesy jedes Genre-Klischee aus.

Er war 2013 einer der wichtigsten Newcomer beim Cro-Label Chimperator. Mit seiner ersten Single „Keine Rosen“ vertrat Teesy Sachsen-Anhalt beim Bundesvision Song Contest, schaffte es mit Platz drei immerhin aufs Siegertreppchen. Die Tour zum ersten Album „Glücksrezepte“ war so gefragt, dass direkt Zusatzshows angesetzt wurden. Außerdem veröffentlichte er als erster deutscher Musiker eine EP, die exklusiv be iTunes verfügbar ist. Ein guter Start für den gebürtigen Berliner. Mit seinem zweiten Album „Wünschdirwas“ versucht Teesy jetzt darauf aufzubauen.

Rap meets Pop meets Jazz: Toni Mudrack alias Teesy setzt auf diese Mischung. Statt sich auf eine Richtung zu konzentrieren, wird wild durcheinandergewürfelt, bis er an allen Enden ein wenig übers Ziel hinauszuschießen droht. Klingt gewagt, kann aber funktionieren. Schon bei seinem ersten Album wurde der 25-Jährige für die Kombination aus verschiedenen Genres und seine unverwechselbare Handschrift gelobt. Immer dabei: eine Prise Selbstironie.

Sein Zweitling „Wünschdirwas“ schlägt in dieselbe Kerbe: Teesy schafft eine musikalische Brücke, indem er aus jedem Einfluss das Extremste einbringt. Phrasierungen werden bis zur Schmerzgrenze ausgedehnt („Draussen“) und die Töne qualvoll herausgepresst („S.C.G.A“), sodass genug R'n'B im Spiel ist. Chöre, Bläser und Background-Sänger unterstützen den voluminösen Big-Band-Stil à la Roger Cicero. Wie sich das für Vetternwirtschaft so gehört, mischt an der ein oder anderen Stelle („Jackpot“, „Blind“) Label-Bruder Cro mit, der so für die nötige Stuttgarter Hip-Hop-Note sorgt.

Diese musikalischen Exkurse lassen sich aber auch zusammenfassend auf ein Wort herunterbrechen: Kitsch. Noch deutlicher wird dieser Tenor, wenn man sich auf die Texte konzentriert. Teesy besingt ausschließlich Frauen, Sehnsucht, Liebe, Anziehung. Viel zu oft benutzt er den Kosenamen „Baby“. Sicherlich ist das alles in allem unterhaltend; die Gute-Laune-Musik überzeugt, sofort geht jeder Song ins Ohr und bleibt im Kopf. Doch es lässt sich nicht leugnen: Die Übertreibung der Stile an jeder Stelle des Albums strengen auf Dauer an.

Teesy auf Tournee:

09.07.2016, Splash! Festival, Ferropolis

03.10.2016, Leipzig, Täubchenthal

04.10.2016, Erlangen, E-Werk

05.10.2016, München, Muffathalle

07.10.2016, Stuttgart, LKA Longhorn

08.10.2016, Köln Live Music Hall

10.10.2016, Heidelberg, Halle 02

11.10.2016, Frankfurt, Batschkapp

12.10.2016, Dortmund, FZW

14.10.2016, Hannover, Capitol

15.10.2016, Bremen, Schlachthof

20.10.2016, Kiel, Max

21.10.2016, Hamburg, Docks

tsch

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