A Day To Remember: Bad Vibrations

Die Mischung macht's

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Ungeachtet des zermürbenden Streits mit dem Label nahmen A Day To Remember ein überzeugendes neues Album aus.

Von wegen schlechte Schwingungen: Auf „Bad Vibrations“ servieren A Day To Remember ihr bewährtes Gericht mit knackig frischer Härte.

Eine der größten Gefahren für das Leben einer Band: Ärger mit der Plattenfirma. Zermürbend, kostspielig, so gar nicht „Rock'n'Roll“. Und wenn das Ganze vor Gericht und an die Öffentlichkeit kommt, wird es richtig unschön. So wie im Fall von A Day To Remember. Momentan erscheinen mehr Meldungen über ihren Streit mit ihrem ehemaligen Label Victory Records als über ihr neues Album. Dabei ist „Bad Vibrations“ weit mehr als nur eine Randnotiz wert.

In anderen Branchen würde man es Teambuilding nennen: Fünf Musiker zogen sich auf eine Hütte in den Bergen zurück und ließen ihrer Kreativität uneingeschränkten Lauf. Bei der Produzentenwahl setzten A Day To Remember mit Bill Stevenson (Descendents, Black Flag) und Jason Livermore (Rise Against, NOFX) auf neue Gesichter, während der Mix in die Hände von Andy Wallace (Foo Fighters, Slayer) gelegt wurde.

Das Ergebnis namens „Bad Vibrations“ fällt kräftig aus, klingt entschlossen und dreht weiter an den Rädchen, welche die aus Florida stammende Band in den letzten zehn Jahren gekonnt ineinander verzahnte. Hier Pop-Punk, dort Metalcore; hier der Refrain zum ausbrechenden Mitsingen, dort die Möglichkeit, sich komplett auszutoben. Die bereits vorab veröffentlichten Songs „Paranoia“ und „Bad Vibrations“ grenzen dabei das Gelände gut ein. Ihr eigenwilliges Konzept geht weiterhin auf.

Es entsteht das Bild einer gefestigten Band, die trotz aller Querelen den Fokus auf den Kern der kreativen und harmonischen Arbeit legte. Auch das hymnische „Reassemble“, die etwas zu gebügelte Routine von „We Got This“ oder der sanftmütige Schlusspunkt „Forgive And Forget“ sind Indizien dafür, dass A Day To Remember im Jahre 2016 genau wissen, wo sie ihren Platz sehen. Mit allen Konsequenzen - denn die eigenwillige Vermischung von soft und hart wird auch diesmal nicht nur auf Gegenliebe stoßen. Passend dazu erscheint „Bad Vibrations“ auf dem eigenen Label der Band. Aber das ist tatsächlich nur eine Randnotiz.

A Day To Remember auf Tournee:

30.01.2017, Oberhausen, Turbinenhalle

31.01.2017, Leipzig, Haus Auensee

01.02.2017, Köln, Palladium

03.02.2017, Hamburg, Sporthalle Hamburg

04.02.2017, Berlin, C-Halle

10.02.2017, Offenbach, Stadthalle

11.02.2017, Stuttgart, Schleyerhalle

tsch

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