Britischer Grime-Star

Mercury-Preis geht an Rapper Skepta

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Radiohead? David Bowie? Nein, den Mercury-Preis 2016 gewann mit Skepta ein Rapper und Produzent aus London.

Für viele Beobachter der internationalen Musikszene ist der Mercury-Preis der wichtigste überhaupt.

Seit 1992 wird damit das britische oder irische Album des Jahres ausgezeichnet - ohne die Beteiligung der Musikindustrie wie etwa beim konkurrierenden Brit Award. Diesmal nahm der Rapper Skepta die Auszeichnung in Empfang - überraschend, galten doch Radiohead mit „A Moon Shaped Pool“ und vor allem David Bowie mit „Blackstar“ als große Favoriten. Skepta veröffentlichte im Mai sein viertes Album „Konnichiwa“, heimste damit viel Lob ein und landete auf Platz zwei der britischen Charts. In Deutschland reichte es nicht für eine Notierung in der Hitparade. Die Jury bezeichnete die Platte als „stark, lustig, clever, angsteinflößend, persönlich und politisch“. Laudator Jarvis Cocker behauptete, auch der verstorbene David Bowie würde mit der Wahl einverstanden sein. Skepta, 33 Jahre alt und aus dem Londoner Stadtteil Tottenham, gilt als eines der Aushängeschilder der britischen Rap-Richtung Grime, die Anfang der Nullerjahre aus UK Garage, Jungle und eben HipHop entstand und die UK-Rapszene immer mehr bestimmt. Das Preisgeld in Höhe von 25.000 Pfund will der ehemalige DJ in ein eigenes musikalisches Projekt für Kinder stecken.

tsch

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