Sabaton: The Last Stand

Krieg und Frieden

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Sabaton halten ihr achtes Studioalbum bereit.

Sicher nicht das letzte Gefecht: „The Last Stand“ ist Sabatons nächste Zwischenstation auf ihrem Weg nach oben.

Sabaton sind und bleiben die Herrscher der paradoxen Zustände im Heavy Metal. Die Herren geben sich martialisch, treten in Tarnkleidung auf, erzählen von Kriegen und Schlachten, von Tod und Verwüstung. Ihre Songs hingegen lassen das Publikum fröhlich jubeln, springen, aus vollen Kehlen mitsingen. Auch auf „The Last Stand“ ist ihre Musik melodisch, wuchtig, voll dicker Keyboards. Von einem Tasteninstrument ist auf der Bühne jedoch nichts zu sehen. Alles etwas verwunderlich. Und doch zählen die Schweden in ihrem Genre zu den momentan erfolgreichsten Bands des Planeten.

Es ist das achte Album der Mannen aus dem Drei-Kronen-Land. Und es setzt ihrer Karriere eine weitere Krone auf. Gleich einer Phalanx stehen die elf Songs vor den Toren. Das Schlagzeug pumpt, die Riffs fallen zielsicher wie eh und je aus, Sänger Joakim Brodén schmettert Geschichten über unterschiedlichste „letzte Gefechte“ hinaus. Von Sparta bis Schottland, vom Samurai bis zu den Weltkriegen. Alle basierend auf historischen Gegebenheiten.

Dass Textinhalt und Darbietung bei näherer Betrachtung nicht wirklich konform gehen, darf auch diesmal nicht stören. Wobei sich zeigt: Je weiter zurück das Schreckensereignis liegt, desto unproblematischer gestaltet sich der Umgang im hymnischen Metal-Kontext. „Wir bewegen uns meist auf dünnem Eis“, gab Bassist Pär Sundström neulich in einem Interview zu. Vielleicht trägt auch dieses Bewusstsein dazu bei, dass „The Last Stand“ am Ende ohne große Blessuren über die Ziellinie läuft.

Das erneut von Peter Tägtgren (Pain, Lindemann) klanglich dick aufgesetzte Album strotzt nur so vor routinierten Gassenhauern. Und wieder sind es die mit viel Neugier und frischem Mut integrierten Abwandlungen, welche sich festsetzen: Dudelsack und Hammondorgel des im klassischen Hardrocksound wühlenden „Blood Of Bannockburn“ oder die durch Kriegsgeräusche ersetzten Drums von „The Lost Battalion“. Mit „Hill 3234“ findet sich zudem ein unablässig nach vorne preschender Nackenbrecher mit dunkler Zwischennote auf „The Last Stand“. Der Song befasst sich mit einer erst 1988 stattgefundenen Schlacht in Afghanistan. Ein heißes Eisen. Aber auch das holen Sabaton aus dem Feuer.

Sabaton auf Tournee:

18.08.2016, Summer Breeze Festival, Festivalgelände

19.08.2016, Elbriot Festival, Großmarkt Hammerbrook

07.01.2017, Oberhausen, König-Pilsener-Arena

28.01.2017, Ludwigsburg, MHP Arena

31.01.2017, Frankfurt, Jahrhunderthalle

01.02.2017, Saarbrücken, Saarlandhalle

04.02.2017, Bamberg, Brose-Arena

05.02.2017, München, Zenith

15.03.2017, Berlin, C-Halle

tsch

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