Hatebreed: The Concrete Confessional

Es kracht im Gebälk

Hatebreed - The Concrete Confessional

Mit viel Liebe zum Hass: "The Concrete Confessional" gräbt sich mit der Durchschlagskraft eines Presslufthammers in die Schlagadern.

Hatebreed am Schreibtisch auseinanderzunehmen, ist ein gefährliches Unterfangen. In etwa so, als wollte man einen Formel-1-Wagen in der 30er-Zone testen. Die "realen Bedingungen" sind nicht gegeben. Also simulieren: raus zur Stereoanlage. Davor noch einmal die Nachrichten hören, der aufsteigenden Wut kein Stoppschild vor die Nase setzen. Kopfhörer auf, Lautstärkeregler ganz nach rechts. Und die ersten Worte von "The Concrete Confessional" aus voller Kehle mitschreien. "The dream can't be, what it used to be, ever again." Na also. Geht doch.

Es kann weitergehen - vorausgesetzt, der Nachbar hat an dieser Stelle noch nicht angerufen und ängstlich durchs Fenster gelinst. Die Worte beißen einen ins Genick, lassen mit den Armen fuchteln. "A.D." braucht keine drei Minuten bis zur totalen Erschöpfung. Pause? Quatsch! Schließlich sind hier Hatebreed am Werk. "Looking Down The Barrel Of Today" nimmt knurrend die Angriffshaltung ein und springt einem ins Gesicht, auf dass Hosenbeine und Ohrenläppchen synchron flattern.

Es geht um die Einstellung, um das Befreiende eines Wutausbruchs. Um die positive Flamme, welche sich aus der Asche der Missstände und des damit verbundenen Grolls erhebt. Hatebreed sind auch 2016 noch ein Paradebeispiel für die "Ventilfunktion". Lass' raus den Mist!

"The Concrete Confessional" ist eine der schlüssigsten Umsetzungen aus dem Hause der amerikanischen Metallic-Hardcore-Recken. Natürlich ist es nicht mehr wie damals in den 90-ern, als sie auf der Bildfläche auftauchten. Alles wirkt professionell, routiniert, durchdacht. Für die Produktion war Zeuss (unter anderem Rob Zombie) zuständig, für das Artwork Slayer-Künstler Marcelo Vasco. Trotzdem schlägt der Glaubwürdigkeitsregler voll aus.

Titel wie "Remember When" oder "Walking The Knife" ballern um die Ecke, als sei dies die letzte Vermählung von Metal und Hardcore vor dem Abgrund. Sänger Jamey Jasta und seine Mannen haben alles richtig gemacht. Wieder einmal. Der Schreibtisch ist in seine Einzelteile zerlegt. Der Nachbar hämmert an der Tür, während im Wohnzimmer begeistert die nächste Runde "The Concrete Confessional" eingeläutet wird: "No sleep, no rest. If that's what it takes to be the best!"

Hatebreed auf Tournee:

06.07.2016, Köln, Essigfabrik

09.07.2016, Geiselwind, Out & Loud Festival

26.08.2016, Sulingen, Reload Festival

Kommentare

Das könnte Dich auch interessieren