Mit neuer Frische

Kings Of Leon: „Walls“ - Das Comeback

Kings Of Leon - Walls

Auf ihrem siebten Album „Walls“ wollten Kings Of Leon sich selbst herausfordern. Höchste Zeit, denn ihren Mojo hatte die amerikanische Rockband zwischendurch ein Stück weit verloren.

„Been around the world been around the world / I lost myself and found a girl“, singt Caleb Followill auf „Walls“, dem siebten Album seiner Band Kings Of Leon. Eine Zeile, die die letzten 13 Jahre seines Lebens wohl ganz gut zusammenfasst. Seit ihrem Debüt im Jahr 2003 ging es für die aus den drei Followill-Brüdern und ihrem Cousin bestehende Rock-Band stetig bergauf. Ihr viertes Album „Only By The Night“, das die Erfolgssingles „Sex On Fire“ und „Use Somebody“ enthielt, verkaufte sich weltweit über sechs Millionen Mal. Doch dann, eines Tages, war die Luft raus. Bei einer Show in Dallas im Jahr 2011 torkelte Caleb nach der Hälfte des Konzerts betrunken und lallend von der Bühne, den Rest ihrer Tour sagte die Band ab.

Um die Wogen im Hause Followill wieder zu glätten, nahmen Kings Of Leon sich eine Auszeit. Sie heirateten, bekamen Kinder, tranken ein bisschen weniger Alkohol und organisierten gemeinsam mit ihren Frauen ein Food Festival in Nashville. Mit ihrem sechsten Album „Mechanical Bull“ versuchen sie 2013 auch als Band wieder zueinanderzufinden - doch erst jetzt, auf „Walls“, gelingt ihnen das so richtig.

Bewusst haben Kings Of Leon darauf Neues probiert, wollten sich herausfordern. Statt mit ihrem langjährigen Produzenten und Entdecker Angelo Petraglia zu arbeiten, engagierten sie Markus Dravs, der schon Arcade Fire, Coldplay und Mumford & Sons zum richtigen Sound verhalf. Effekt-Geräte und Gitarren-Pedals waren tabu, stattdessen feilte die Band akribisch an den Songs.

Tatsächlich klangen Kings Of Leon lange nicht mehr so frisch wie zum Beispiel auf „Waste A Moment“ - zweifellos der eingängigste Refrain seit „Sex On Fire“. „Around The World“ überrascht mit afrikanisch anmutenden Percussions und „Find Me“ klingt mit seinem dezenten 80er-Jahre-Sound und dem Hall auf Bass und Drums eher nach Bruce Springsteen als nach Kings Of Leon. Die großartige Ballade „Over“ derweil, in der es um Suizid geht, ist zweifellos der düsterste Song, den die Band je geschrieben hat. Scheint, als hätten Kings Of Leon ihren Mojo wieder gefunden.

tsch

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