Unlocking The Truth: Chaos

Jugend trainiert für Olympia

Unlocking The Truth - Chaos

Früh übt sich: Unlocking The Truth sind der Beweis, dass Teens auch knallharten Metal können.

Auf den gängigen Videokanälen sind sie schnell zu finden, jede Menge Klicks sind ihnen angesichts ihrer imposanten Leistungen sicher: all die blutjungen Menschen, die sich in jeder freien Minute mit ihrem Instrument beschäftigen. Fußballspielen? Fernsehschauen? Daddeln? Keine Zeit. Der Proberaum ruft. Vielleicht winkt irgendwann einmal ja die Chance auf den Durchbruch. So wie im Falle Unlocking The Truth, drei Jungs, alle Jahrgang 2001, die jetzt ihr erstes Album „Chaos“ veröffentlichen.

Sie sind drei Kumpels aus Brooklyn und fabrizieren Musik, die mit Teenie-Mucke ungefähr so viel am Hut hat wie New York mit Dorfidylle. Anfangs spielten sie auf der Straße, mittlerweile können sie das Coachella-Festival ebenso in ihre musikalische Vita packen wie Support-Auftritte für Guns N'Roses und Motörhead.

Dass ein riesiges Medieninteresse an den Teenagern herrscht, ist nicht weiter verwunderlich. Ausgebaut wurde dieses noch durch die Meldung vom Millionen-Deal mit Sony, aus dem die Band jedoch wieder ausstieg. Ideale Voraussetzungen also für ein vielbeachtetes Debüt.

Die entscheidende Frage liegt auf der Hand: Was bleibt übrig, nachdem der Welpenbonus abgezogen wurde? Die Antwort ist eine gesunde: Zu viel, um sie als reinen Marketing-Gag zur Seite zu schieben. Zu wenig, um sie als Sensation zu feiern.

Die drei bewegen sich in der Schnittmenge von traditionellem und modernem Metal. Die Überväter Metallica scheinen durch, jüngere Strömungen wie Metalcore oder Nu-Metal sind ebenfalls auszumachen. Vielversprechende Songs wie „Monster“ oder „Help Me“ wecken das Interesse, auch wenn es Unlocking The Truth über die gesamte Länge etwas an zündenden Ideen mangelt.

Ihre Instrumente beherrschen sie zweifelsohne und Sänger Malcolm Brickhouse bekommt es hin, zehn Jahre älter zu klingen, als er ist. Auch die Produktion stimmt - mit Johnny K. (Megadeth, Disturbed) wurde ein renommierter Mann hinzugezogen, der dem Nachwuchs ein maßgeschneidertes Kleid verpasste.

Dennoch: Man spürt, dass dies hier ein Anfang ist. Und das ist gut so. Es kann den „Hintermännern“ nur geraten werden, Unlocking The Truth die Zeit zu geben, sich selbstständig zu entwickeln und in Ruhe zu wachsen. Denn nur dann haben die drei Jungs aus der großen Stadt die Chance, auch musikalisch groß zu werden.

tsch

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