Petula Clark: From Now On

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Petula Clark - From Now On

Das neue Album von Petula Clark heißt „From Now On“. Nicht nur ein Titel. Sondern eine Aussage. Und eine Einstellung.

Nein, so etwas gibt es nicht mehr oft: „From Now On“ ist eine Momentaufnahme aus dem Leben einer Künstlerin, deren Karriere vor über 70 Jahren begann. Petula Clark stand bereits während des Zweiten Weltkriegs auf der Bühne, später stieg sie zum Weltstar auf. „Downtown“ ist auch heute noch ein Song, den „man einfach kennt“. Sicher, es scheint höchst unwahrscheinlich, dass die mittlerweile 83-jährige Dame mit ihrem neuen Album nochmals Rekorde aufstellen wird. Aber vielleicht macht auch das diese kleine und fein durchmischte Ansammlung von wunderbaren Songs so wertvoll.

Nennt man das altersmilde? Möglich. Wobei bemerkt werden muss, dass Petula Clark noch nie auf der wilden Seite stand. Ob Chanson oder Las Vegas, Filmschauspiel oder Broadway - kaum ein Star hat sich so sicher und über solch eine lange Zeit hinweg auf den verschiedenen Bühnen des Unterhaltungsbusiness bewegt.

In gewisser Weise spiegelt „From Now On“ diese Vielfältigkeit wieder. Ein zeitgemäßer Popsong wie „Sincerely“ steht neben „Pour être aimée de toi“, einer Zusammenarbeit Clarks mit Charles Aznavour. „Sacrifice My Heart“ öffnet sich einem elektronisch-modernen Einfluss, und mit „Happiness“ klingt das Album auf einer vom Piano getragenen persönlichen Note aus.

Wie farbige Akzente sind dazwischen die drei Coverversionen gesetzt: „While You See A Chance“ von Steve Winwood passt sich ebenso gerne dem von der unverkennlichen Stimme angeführten Petula-Clark-Modus an wie Peggy Lees Überhit „Fever“, vor dem die Sängerin mehr als nur Respekt hatte. Ihre Interpretation gelangt direkt in die Blutbahn. Kraftvoll ist sie, zupackend und souverän. Auch „Blackbird“ von den Beatles, die dritte Nummer im Bunde und eine, die Clark „schon immer singen wollte“, erstrahlt in respektvollem Glanz.

Das Album ruht in sich, ohne sich auszuruhen. Man hält inne. Geradezu edel wirkt „From Now On“. Petula Clark lässt den Blick über die Gegenwart gleiten - einen Blick, der von Erfahrung gelenkt wird. Das Album verherrlicht die Vergangenheit nicht, ebenso wenig blendet es den gegenwärtigen Zustand der Welt aus.

Der nachdenkliche, etwas versunkene Unterton, der sich durch die Songs zieht, ist geprägt von einem aufgeweckten Interesse. Und über allem schwebt eine Wärme, die in der Unterhaltungsmusik zur Seltenheit geworden ist. „Es ist die Liebe, die in allen Dingen zu fehlen scheint“, sagt Clark. Spätestens, wenn das von ihr alleine am Klavier geschriebene „Miracle To Me“ diese Liebe zum Thema macht, glaubt man ihr sofort.

tsch

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