Incognito: In Search Of Better Days

Good Vibes Galore

Incognito - In Search Of Better Days

Die Helden eines Genres: Incognito stehen weiter für ihr den Acid Jazz ein.

Sie sind die stillen Superstars des Acid Jazz, jenes smoothen Sound-Amalgams, das seit den 80er-Jahren souverän Funk, Soul, Disco und Jazz zusammenführt. Das Londoner Kollektiv Incognito machte dieses Genre salonfähig und half dabei, die Entwicklung des souligen Jazz-Funks seit seiner Gründung 1979 maßgeblich mitzugestalten und stets fleißig in Nuancen weiterzuentwickeln. Die Kraft des Positiven in Incognitos Sound überfällt den Konsumenten stets schon nach gefühlten drei Hörsekunden, so auch auf ihrem neuen Langspieler „In Search Of Better Days“. Es ist ihr 17. Studiowerk, gespickt mit üppigen, tief souligen Grooves, sonnendurchfluteten Bläsersätzen, funkelnden Keyboard-Schwaden und einer bis in die Haarspitzen beseelten Rhythmus-Fraktion.

Der große Erfolg blieb der sich ständig in der Besetzung wandelnden Truppe um Mastermind Jean-Paul „Bluey“ Maunick bis heute verwehrt. Kleine Hits wie das fulminante Cover von Stevie Wonders „Don't You Worry 'Bout A Thing“ sowie ihre clevere Interpretation von Ronnie Laws „Always There“ sorgten zu Beginn der 90er-Jahre für temporären Ruhm. Incognitos Genius inspirierte nachfolgende Bands wie Us3, The Brand New Heavies und Jamiroquai, die schlussendlich kommerziell weitaus mehr erreichten als die Wegbereiter selbst.

Kreativ geschwächt oder künstlerisch frustriert hat das Incognito jedoch nicht. Im Gegenteil: Ein steter Fluss guter bis superber Alben durchzieht ihre Diskografie, live gehören Incognito zu den Besten, und selbst so unterschiedliche Größen wie Paul Weller und Jocelyn Brown gehörten eine Weile zum Nukleus des multikulturellen Kreativkessels Incognito.

2016 setzen sie auf ihr bewährtes Konzept und das ist freilich gut so. Das betrifft auch die auf den Punkt platzierten (Gast-)Vokalisten, die das Black-Music-Bollwerk stimmlich veredeln: Diverse Performances am Mikro (Imaani, Vanessa Haynes, Katie Leone, Vula Malinga) runden das knackig frische Sound-Portfolio ab, Sänger Tony Momrelle braucht sich aber mit dem lieblichen „Love's Revival“ nicht hinter den grandiosen Damen zu verstecken.

Der japanische Multiinstrumentalist Tomoyasu Hotei sorgt im instrumentalen „Bridges Of Fire“ für einen Hauch Progressive-Rock, der auf wallenden Synkopen surft. Ebenso steuert Stuart Zender, ehemaliger Bassist von Jamiroquai, seine Wertschätzung bei: „Echoes Of Utopia“ erweist sich als lupenreiner Referenzbrocken in Sachen Acid Jazz. Der kreative Kreis hat sich somit geschlossen und Incognito sind wohl bereit für den nächsten Schwung veritabler Alben. Möge es immer so weiter gehen!

tsch

Kommentare

Das könnte Dich auch interessieren