Blues Pills: Lady In Gold

Goldene Zeiten

Blues Pills - Lady In Gold

Auf dem Weg zu den Sternen: Die Blues Pills setzen mit ihrem zweiten Album „Lady In Gold“ ihren steilen Höhenflug fort.

Eine prominente „Lady In Black“ (Uriah Heep) hat die Rock-Welt bereits, eine „Lady In Red“ (Chris de Burgh) gibt es auf der Popseite. Die Blues Pills steuern mit der „Lady In Gold“ nun ihre farbliche Alternative bei. Ihre Dame ist aus anderem Holz geschnitzt: Viel Rock, kaum Pop, dafür eine ordentliche Dosis Soul. Und ein bisschen Psychedelic darf ebenfalls sein.

Der Rummel, der sich bereits vor der Veröffentlichung ihres ersten regulären Albums angekündigt hatte, er verstummt weiterhin nicht. Titelthemen und Soundcheck-Siege sind keine Ausnahme. Kaum ein Weg führt in diesen Monaten an der schwedischen Band mit internationalen Wurzeln vorbei. In Interviews entsteht jedoch der Eindruck, als sei für die Musiker der ganze Hype Nebensache. Sie erfreuen sich am ständigen Touren, am Wachsen als Songwriter und am menschlichen Zusammenhalt.

Nicht wirklich spektakulär. Das sind ihre Songs bei näherer Betrachtung eigentlich auch nicht. Aber verdammt effektiv. Was heißt: Den Titeltrack bekommt man nach dem ersten Hören nicht mehr aus dem Ohr. Die „Lady In Gold“ sei eine Figur, welche den Tod symbolisiert, gibt Sängerin Elin Larsson zu Protokoll. Dafür klingt der Song sehr lebendig; allerdings ist diese leicht mystische, obskure Aura nicht zu leugnen, welche das transparente Klangtuch des Albums fadenhaft durchzieht. Zwischen psychedelischen Effekten, reichlich - wenn auch nicht mehr ganz so viel - Bluesrock und dem Soul längst vergangener Jahrzehnte kann sich diese auch wohlfühlen.

Gegenüber dem Debüt öffnet sich die Musik noch weiter, dürfte eine noch breitere Masse begeistern. Einzige Voraussetzungen: Eine gewisse Liebe zum Handgemachten. Und zur starken Frauenstimme. Denn Elin Larsson rückt immer stärker in den Fokus. Das verdeutlicht die Produktion ebenso wie die großartige Ballade „I Felt A Change“. Die Gitarren hingegen agieren nuanciert und freunden sich durchaus damit an, in den Hintergrund zu treten. Was nicht unbedingt allen gefallen wird, aber auch im Hinblick auf deutlichere Keyboards und den Einsatz von Chören stimmig ist. Ausnahme: das abschließende Tony-Joe-White-Cover „Elements And Things“.

„I can't find any gold by the river“ lautet eine Textzeile aus dem Debüt. Von wegen: Die Blues Pills haben das wertvolle Edelmetall aus dem Fluss der Retro-Rock-Bewegung abgeschöpft. Und geben ihren Reichtum in Form von zehn wertvollen Songs an den Hörer weiter.

Blues Pills auf Tournee:

28.07.2016, Burg Herzberg Festival, Burg Herzberg

30.07.2016, St. Goarshausen, Freilichtbühne Loreley

31.07.2016, Mosbach, Grosser Elzpark

18.08.2016, Summer Breeze Festival, Festivalgelände

11.11.2016, Metal Hammer Paradise, Ostsee-Ferienpark

tsch

Kommentare

Das könnte Dich auch interessieren