In Extremo: Quid Pro Quo

Die goldene Mitte

In Extremo - Quid Pro Quo

Das große Spielmanns-Latinum: In Extremo beweisen sich auf „Quid Pro Quo“ als Meister ihres Fachs.

In Extremo gehören jetzt zur „Ü20“-Generation. 1995 wurden sie gegründet, im vergangenen Jahr gab es zum Jubiläum ein rauschendes Fest auf der Loreley. Aber was heißt das? Ab sofort nur noch Mittelalter-Rock für das mittlere Alter? Angepasste Mucke als Rentenvorsorge? Pustekuchen. „Quid Pro Quo“ nimmt kein Blatt vor den Mund und rockt generationsübergreifend gut.

Es geht um das „Geben und Nehmen“, erklärt Michael „Das letzte Einhorn“ Rhein in Bezug auf den Titelsong. In Extremo äußern sich auf ihrem insgesamt zwölften Studioalbum auch gesellschaftskritisch. Was jedoch weniger auf das fortgeschrittene Alter der Mannen als vielmehr auf die Dringlichkeit der Themen zurückgeführt werden sollte: „Geld für Geld, egal ob's gefällt. Nur auf Gewinn bist du der große Held“, reimen sie und untermalen ihr Statement mit ebenso schonungslosen Tönen. Harter Rhythmus, dicke Riffs, und dennoch kein Miesepeter im großen Spielmannsfest.

Gegen Kriegsblindheit und Hunger auf Kanonenfutter richtet sich der zweite Song in diesem Kontext, der - wie man vielleicht vermuten könnte - nichts mit dem ähnlich lautenden Udo-Jürgens-Titel zu tun hat: „Lieb Vaterland, magst ruhig sein“ geht die Kritik gemächlicher, aber nicht weniger vehement an.

Zwei von elf regulären Songs bestimmen jedoch noch nicht den Grundtenor. Dieser ist weiterhin von Nummern geprägt, wie man sie von den sieben Mannen kennt: Das eröffnende „Störtebeker“ sichert sich nach dem ersten Hören einen Platz unter den Allzeitfavoriten der Band und wird gewiss das ein oder andere Festival zum Beben bringen. Direkt im Anschluss an diese steife Brise geht es gen Osten, wo Hansi Kürsch von Blind Guardian mit seinem deutschsprachigen (!) Gastauftritt den Metaller aufhorchen lässt; „Roter Stern“ ist ein mit allen Wassern - oder besser: allen Wodkas - gewaschener Rocker, den Micha Rhein mit den Worten „Alleine schon die Melodie, russischer geht's ja nicht“ treffend beschreibt.

Auch die „Ode an den Rausch“ mit dem unmissverständlichen Titel „Sternhagelvoll“ sowie die traditionell beginnende Mittelalter-Nummer „Pikse Palve“ zählen zu den treffsicheren Pfeilen eines Albums, das ebenso austariert wie impulsiv wirkt. In Extremo haben mit „Quid Pro Quo“ die goldene Mitte ihrer Eckpfeiler gefunden. So kann es gerne die nächsten 20 Jahre weitergehen.

In Extremo auf Tournee:

22.06.2016, Aschaffenburg, Colossaal

23.06.2016, Koblenz, Festung Ehrenbreitstein

24.06.2016, Abenberg, Feuertanz Festival

25.06.2016, Jena, F-Haus

26.06.2016, Bochum, Zeche

27.06.2016, Memmingen, Kaminwerk

28.06.2016, Nürnberg, Hirsch

29.06.2016, Rostock, MAU Club

22.07.2016, Creuzburg, Burg Creuzburg

23.07.2016, Görlitz, Kulturbrauerei Open-Air Gelände

29.07.2016, Seebronn, Rock of Ages Festival

14.08.2016, Hildesheim, Mera Luna Festival

19.08.2016, Leipzig, Parkbühne

20.08.2016, Magdeburg, Festung Mark

29.09.2016, München, Zenith

30.09.2016, Köln, E-Werk

07.10.2016, Bielefeld, Ringlokschuppen

08.10.2016, Bremen, Pier 2

12.10.2016, Saarbrücken, Saarlandhalle

13.10.2016, Oberhausen, Turbinenhalle

14.10.2016, Dresden, Alter Schlachthof

15.10.2016, Hannover, Swiss Life Hall

21.10.2016, Wiesbaden, Schlachthof

22.10.2016, Stuttgart, Porsche Arena

27.10.2016, Hamburg, Docks

28.10.2016, Erfurt, Thüringenhalle

29.10.2016, Berlin, Columbiahalle

tsch

Kommentare

Das könnte Dich auch interessieren