Die Höchste Eisenbahn: Wer bringt mich jetzt zu den Anderen

Die Geschichte geht weiter

Die Höchste Eisenbahn - Wer bringt mich jetzt zu den Anderen

Schön, schöner, Die Höchste Eisenbahn. Auch die zweite Platte der Berliner besteht durch wunderbare Poesie und angenehm stimmige Melodien.

80er-Synthies treffen auf eine ordentliche Portion Trash-Ästhetik; wunderbare Alltagspoeten erzählen 13 Kurzgeschichten: 2013 schenkten Die Höchste Eisenbahn mit „Schau in den Lauf Hase“ der deutschen Musiklandschaft das Singer/Songwriter-Album des Jahres. Und das, obwohl - oder wahrscheinlich gerade weil man nach der vorhergegangenen EP „Unzufrieden“ eigentlich etwas anderes von ihnen erwartet hatte. Knapp drei Jahre später erscheint nun mit „Wer bringt mich jetzt zu den Anderen“ der Nachfolger, der wie eine geradlinige Fortsetzung daherkommt.

Die EP war damals der Vorbote, der hohe Erwartungen weckte. Die wurden dann nicht erfüllt - sondern übertroffen. Gastgesang von Gisbert zu Knyphausen und Judith Holofernes (Wir sind Helden) blieb aus. Dafür zeigte sich „Schau in den Lauf Hase“ von einer unerwartet poppigen, doch ernsthaften Seite, die das Publikum zum Hinhören bewegte.

Der Zweitling „Wer bringt mich jetzt zu den Anderen“ erweist sich zwar als wesentlich erwartbarer, fesselt aber trotzdem beim ersten Durchgang. Wieder setzen Die Höchste Eisenbahn akzentuiert 80er-Synthies ein („Gute Leute“) und erfrischen so ihren Groove. An anderer Stelle erleichtern ruhige Streicher und Bläser den Sound ,ohne in Kitsch zu verfallen („Gierig“, „Wer bringt mich jetzt zu den Anderen“).

Erneut zeigt sich die Musikerzusammenkunft auch in lyrischer Hochform: Moritz Krämer und Francesco Wilking erzählen kleine Geschichten mit großem Inhalt: von der Qual der Wahl, die schmerzhaft überfordern kann („Jemand ruft an“), von der großen Liebe, die einen ruhelos zurücklässt („Blume“), vom selbstverletzenden „Timmy“, der nur „glaubt, was er fühlen kann“.

Doch selbst die düstersten Texte werden mit federleichten Rhythmen und warmer Instrumentierung unterlegt. So schwimmt der Hörer in einem weichen Gewässer durch die Platte. Die Songs fließen ineinander, und lässt man das Album unkonzentriert nebenherlaufen, könnte man fast denken, es sei austauschbares Gedudel. Doch damit tut man „Wer bringt mich jetzt zu den Anderen“ Unrecht. Im Gegenteil: Jeder Titel folgt einem eigenen Weg. Diese gleichen sich und passen zueinander, laufen parallel, sind aber in sich abgeschlossen. Und so schafft die zweite Platte der Höchsten Eisenbahn ein in sich stimmiges aber auch abwechslungsreiches Gesamtbild.

Die Höchste Eisenbahn auf Tournee:

29.10.2016, Rostock, Peter-Weiss-Haus

29.10.2016, Bremen, Tower

31.10.2016, Münster, Gleis 22

01.11.2016, Frankfurt, Zoom

02.11.2016, Köln, Club Bahnhof Ehrenfeld

04.11.2016, Hannover, Musikzentrum

05.11.2016, Dresden, Beatpol

06.11.2016, Leipzig, Täubchenthal

08.11.2016, Osnabrück, Kleine Freiheit

09.11.2016, Essen, Zeche Carl

10.11.2016, Würzburg, Cairo

11.11.2016, Magdeburg, Moritzhof

13.11.2016, Berlin, Astra Kulturhaus

15.11.2016, Erlangen, E-Werk

16.11.2016, Freiburg, Schmitz Katze

17.11.2016, Stuttgart, Wagenhallen

18.11.2016, Schaffhausen, Tab Tab

19.11.2016, Zürich, Bogen F

21.11.2016, München, Strom

24.11.2016, Heidelberg, Halle O2

25.11.2016, Erfurt, Museumskeller

26.11.2016, Hamburg, Uebel&Gefährlich

tsch

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