Imany: The Wrong Kind Of War

Geht auch ohne Elektro-Beats

Imany - The Wrong Kind Of War

Fünf Jahre ist es her, dass Imany ihr Debütalbum veröffentlicht hat. Dass sie zwischendurch Mutter wurde, wirkte sich zwangsläufig auf den Nachfolger „The Wrong Kind Of War“ aus. Die Songs sind nachdenklich und spannend orchestriert.

Wer etwas erreichen will, der muss an sich glauben. Und authentisch sein. Vielleicht hat Nadia Mladjao sich deshalb den Künstlernamen Imany gegeben. Er ist von dem Swahili-Wort „imani“ abgeleitet, und das bedeutet „Glaube“, „Vertrauen“ und „Aufrichtigkeit“. Begriffe, die man durchaus mit dem neuen Album der in Paris lebenden Sängerin mit franko-afrikanischen Wurzeln in Verbindung bringen kann. „The Wrong Kind Of War“ heißt es, und sowohl musikalisch als auch textlich betritt Imany mit ihm neues Terrain.

Fünf Jahre sind vergangen, seit die 37-Jährige ihr Debütalbum „The Shape Of A Broken Heart“ veröffentlichte. Fast eine halbe Million Mal ging die Platte über die Ladentische, über 400 Konzerte hat Imany gespielt. Und dann ist sie Mutter geworden. Das veränderte zwangsläufig ihre Perspektive und wirkte sich deshalb auch auf ihr neues Album aus.

Neben persönlichen und autobiografischen Songs gibt es auf „The Wrong Kind Of War“ auch Stücke, die vom aktuellen weltpolitischen Geschehen beeinflusst sind. In „Save Our Soul“ kritisiert Imany die ständige Gewalt im Fernsehen, „There Were Tears“ ist ein Tribut an Nelson Mandela, und in „The Rising Tide“ geht es darum, wie blind wir Menschen zum Teil die Umwelt zerstören.

Verpackt hat Imany all das in aufwendig produzierten und spannend orchestrierten Songs. Mitreißender Soul trifft auf sanften Folk, stimmungsvollen Blues und eingängigen Pop. Da sind große Streicher-Arrangements und Chöre, aber auch zarte Balladen wie „I Long For You“ oder „Don't Be Shy“.

Letzterer Song ist auf dem Album übrigens gleich zweimal vertreten: Neben der reduzierten Live-Version gibt's natürlich auch den Remix von Filatov & Karas, der mit über 170 Millionen Views bei YouTube zum echten Sommerhit wurde und Platz eins der deutschen Singlecharts erreichte. Wer „The Wrong Kind Of War“ hört, merkt aber schnell: Die Elektro-Beats braucht Imany gar nicht. Ihre unglaublich tiefe und sanfte Stimme ist es, die dem Album das besondere Etwas verleiht.

tsch

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