Good Karma erscheint am 3. Juni

Roxette mit neuem Album

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Ihre Live-Tätigkeiten haben sie für beendet erklärt. Aber auf Platte klingen Roxette frisch wie eh und je.

Ein paar schnelle Nummern: Roxette beweisen auf „Good Karma“, dass sie immer noch ein gutes Gespür für eingängigen Pop haben.

Das schmerzt - Fans und die Band gleichermaßen: Die große Tour zum 30-jährigen Jubiläum mussten Roxette abbrechen. Grund war der schlechte Gesundheitszustand der Sängerin Marie Fredriksson. Den Krebs, der 2002 bei ihr diagnostiziert wurde, hat sie zwar besiegt, doch sie leidet immer noch unter den Folgen der Behandlung. Unter diesen Bedingungen - und mit fast 60 Jahren - könnte das Duo eigentlich auch in Rente gehen. Doch Fredriksson und ihr Kollege Per Gessle denken noch lange nicht ans Aufgeben. Stattdessen beschwören sie auf ihrem neuen Album „Good Karma“, also gutes Karma.

Zur Abwechslung auch mal eine gute Nachricht für Fans: Roxette klingen trotz aller Rückschläge immer noch ziemlich genau wie Roxette. „Auf dem neuen Album wollten wir unseren klassischen Sound mit einer modernen Produktion kombinieren“, sagt Songwriter Per Gessle dazu. Die Kurzformel, die sich hinter dieser Bezeichnung verbirgt: Mehr elektronische Effekte, weniger Rock.

Das funktioniert immer dann gut, wenn die Songs nur sanft aufgearbeitet wurden, etwa beim Opener „Why Dontcha?“, der eine verspielte Bläsersektion mit zurückhaltenden Synthies und prägnanter E-Gitarre kombiniert, oder bei „From A Distance“, bei der Fredrikssons kuschelweiche Stimme auf einen Elektroteppich gebettet wird. Fast schon komplett traditionell ist die Pop-Ballade „It Just Happens“, die sich mühelos in eine Reihe mit Stücken wie „Listen To Your Heart“ (1988) und „Spending My Time“ (1991) stellen kann, wenn sie auch nicht ganz die gleiche Größe erreicht.

Gelegentlich schießt das Duo aber auch übers Ziel hinaus, etwa bei „You Make It Sound So Simple“, das unter Elektro-Klimbim weitgehend begraben wird und beim komplett verfilterten „20 bpm“. Fast schon schmerzhaft ist der Sprechgesang aus „You Can't Do This To Me Anymore“.

Solche Vergehen verzeiht man aber schnell, wenn man bedenkt, dass eine solche Experimentierfreude ein gutes Zeichen für weitere Entwicklungen ist. Das beruhigt vor allem im Hinblick auf Fredrikssons Zeilen aus der sanften, rundum gelungenen Schlussballade „April Clouds“: „It's been a good time, the best I ever had“. Das könnte man als Abschied werten - oder als Grund zum Weitermachen.

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