Kollabo-Album erscheint am 12. August

Xatar & Haftbefehl: Der Holland Job 

Coup - Der Holland Job

Die beiden deutschen Obergangstarapper Haftbefehl und Xatar machen unter dem namen „Coup“ gemeinsame Sache. Ihr Album „Der Holland Job“ erscheint am 12. August.

Haftbefehl und Xatar zählen zweifelsohne zur Elite, wenn es um authentische Hood-Tales aus deutschen Landen geht. Entsprechend real keepen es Hafti und sein Compagnon auf „Der Holland Job“ dann auch. Und eines ist klar: Wenn diese beiden Gangstarap-Großkaliber ein gemeinsames Album droppen, dann werden Gefangene gemacht - und zwar nicht zu knapp: So brechen der Babo und der Baba gleich auf den ersten Tracks ihres gemeinsamen Albums über die Hörer herein wie ein mit Raketentreibstoff betankter Panzerwagen.

„Tret die Tür ein“ heißt bezeichnenderweise der Opener von „Der Holland Job“ - und der Song selbst bildet das akustische Äquivalent dazu: „Tatort Rotterdam, ich trag die Revolver am Schwanz / die Colt glänzt, wie die Roly am Arm“, schreit Hafti mit seinem Trademark-Kanackisch ins Mic - und zwar mit einem solchen Volumen, das potenzielle Konkurrenten schnurstracks verstummen lässt. Das Aggressionslevel bleibt (un)angenehm hoch.

Laut, schnell und Agressiv

Allein die Tracktitel machen unmissverständlich klar, wer hier das Sagen hat: „Gib Geld“, „Gib ma her“, „Ich zahle gar nix“ - Widerrede hat im Coup-Kosmos keinerlei Geltung. Alles steht im Zeichen des Imperativs. Und so ballern einem die beiden auf ihrem Kollabo-Album Line um Line vor den Latz, legen verbale Sprengsätze, die mit einer solchen Druckwelle auf ihre Hörerschaft einwirken, dass es einem sinnbildlich die Haut von den Knochen reißt.

Am eindringlichsten kommt das im bereits erwähnten „Gib Geld“ zum Ausdruck, auf dem neben den beiden Chefrappern auch noch die Hamburgerin Haiyti mit ihrem görenhaften Organ Welle macht - das alles auf einem nervenzermürbenden Beat, der jedes Trommelfell zum Platzen bringt. Aber: Mit Stücken wie „Lauf der Dinge“ feat. Joy Denalane (eine sozialkritische Auseinandersetzung mit dem Verbrecher-Lifestyle), „Sie killt für mich“ (eine Liebeserklärung an ihre Gangsterbräute) sowie „Afd“ (ein Statement zur aktuellen Debatte um Flüchtende aus Migrantenperspektive) gibt es auch ein paar thematische Abweichler bei Coup.

Auch musikalisch lässt das Duo ab und zu durchatmen. Das ist gut so, denn ansonsten sind Tempo, Lautstärke und Aggression über den gesamten Longplayer hindurch so hoch, dass eine Verschnaufpause dringend nötig ist. Hinzu kommt: Auch wenn Haftbefehl und Xatar durchaus in der Lage sind, ihre bewährten Themenbereiche um Batzenmacherei, Mehltickerei und Konkurrenzbeseitigung angenehm unterhaltsam auszuschmücken, so tut die inhaltliche Abwechslung dem großen Ganzen durchaus gut - schließlich ist auch das Leben nicht eindimensional. Und wie sagt Xatar auf dem Album doch so schön: „Wer hat euch erzählt, Gangstarap muss nicht echt sein?!“

tsch

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