Equilibrium: Armageddon

Die endliche Geschichte

Equilibrium - Armageddon

Mit Vollgas in Richtung Apokalypse: Equilibrium rasen auf „Armageddon“ durch den Düsterwald. Ohne dabei die Orientierung zu verlieren.

Huch. Ist jetzt Schluss mit lustig? Equilibrium, die sich in der Vergangenheit unter anderem durch tiefschürfende Titel wie die „Wirtshaus Gaudi“ einen Namen im feierwütigen Abschnitt des härtesten Rocks machten, setzen ein langes Albert-Einstein-Zitat auf den Startblock ihres neuen Albums „Armageddon“. Sätze wie „Unsere Waffen seien Waffen des Geistes, nicht Panzer und Geschosse“ würde man eher auf einer Friedensdemo als auf einer Metal-Platte erwarten. Die Stoßrichtung ist klar: Es wird ernster und düsterer.

Glücklicherweise wird das Konzept nicht ganz so heiß gegessen, wie es im Soundtrack-artigen Intro „Sehnsucht“ angebraten wurde. Glücklicherweise deshalb, weil die musikalische Ausrichtung eine allzu hohe Dosis Ernsthaftigkeit nicht verträgt. „Heimat“ ist ein zu einfach gestrickter Popsong im Leder- und Muskelpaket. Aber er zeigt ebenso wie das mit einer skurrilen Computerspielmelodie-Einlage versehene „Helden“, dass die Düsternis die Herrschaft nicht komplett übernommen hat. Und der Folk lässt sich gleich einem Narr am Hofe des Schreckensherrschers auch im schwersten Sturm nicht vertreiben („Zum Horizont“).

Einiges zählt auf dem fünften Album zu den besten Schöpfungen in der fünfzehnjährigen Geschichte der süddeutschen Metaller: „Katharsis“ verschlingt den Hörer förmlich, brettert ebenso gnadenlos wie unterhaltsam. Auch „Eternal Destination“ und „Prey“ hämmern sich ins Gedächtnis. Und über allem steht „Born To Be Epic“: Das nötige Augenzwinkern, ein Riff, bei dem die Boxen rauchen, ein Refrain, bei dem die Feuersäulen vor dem geistigen Auge aufsteigen. Lautstärkeregler auf hart Steuerbord und Matte kreisen lassen. So gehört sich das.

Die Melodien versinken nicht im Härtegrab, das Pathos lässt an kreisende Adler denken, nicht an seriöse Auseinandersetzungen mit den Schrecken des Krieges. Oder gar des Untergangs - „Armageddon“ ragt aus der dick auftragenden Schicht von Platten heraus, bei denen das epische Überziehen zum guten Ton gehört. Dass mit Bassist Makki nun ein fester Ersatz für die vergangenes Jahr zu Evanescence gewechselte Jen Majura gefunden wurde, ist ein weiteres positives Signal. Die Zukunft sieht für Equilibrium alles andere als düster aus.

Equilibrium auf Tournee:

18.08.2016, Dinkelsbühl, Summer Breeze Open Air

22.09.2016, Nürnberg, Hirsch

24.09.2016, Leipzig, Hellraiser

30.09.2016, Berlin, Bi Nuu

01.10.2016, Bochum, Matrix

14.10.2016, Karlsruhe, Substage

15.10.2016, München, Backstage

tsch

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