Fünftes Album führt Maxim auch nach Bremen

Maxim: „Ich schreib' keine Lieder mehr über Killefitz“

Maxim - Das Bisschen was wir sind

Dass sich ein Musiker durchaus immer optimieren und anpassen kann, obwohl er seinen eigenen Sound schon längst gefunden hat, beweist Maxim mit seiner fünften Platte.

„Ich schreib' keine Lieder mehr über Killefitz. Ich schreibe nur noch über Dinge, die mich wirklich berühren“, kündigte Maxim einst einen musikalischen Wandel an. Seit seinem selbstbetitelten Debütalbum hat sich der Sound des gebürtigen Rheinländers in der Tat stark verändert. Inspiriert wurde er zuerst von Dancehall-Klängen, die ihn in Kombination mit seiner Vorliebe für R'n'B schließlich zum Roots-Reggae führten. Langsam bewegte sich der heute 34-Jährige aus der Nische heraus und trat seit „Rückwärts fallen“ (2008) in poppigere Gefilde. 2013 war er mit „Staub“ dort und scheinbar auch bei sich selbst endgültig angekommen. Da bleibt die Frage: Wo geht die Reise noch hin, wenn das Ziel eigentlich schon erreicht scheint? Maxims fünfte Platte „Das Bisschen was wir sind“ liefert die Antwort.

Zu Beginn steht der vertraute melancholische Grundton. Ein schleppender Beat, Maxim singt leicht am Sprechgesang angelehnt und textlich sowie mithilfe einiger Streicher immer an der Schwelle zum Pathos kratzend: „Ich falte die Hände und fall auf die Knie / Lass die Friedenstauben fliegen, auch wenn sie jedes Mal jemand erschießt“. All das kennt man nur zu gut von Maxim. Nett, aber erwartbar.

Doch bei dem, was folgt, setzt sich etwas durch, das sich bei genauem Hinhören schon im Opener „Pille aus Luft“ andeutete. „Scherzkerzen“ haucht mit Dream-Pop-artigen Synthesizer-Klängen dem Soundbild eine unverkennbare Frische ein. Die runtergepitchte Zweitstimme verleiht dem Song stellenweise einen leicht bedrohlichen Unterton. Diese Weiterentwicklung mit experimentellen und elektronischen Klängen zieht sich durch die gesamte Platte, gipfelt in „Alles ist ein Remix“ und findet den runden Ausklang mit „Amnesie“. Der Ursprung hierfür: Für „Das Bisschen was wir sind“ produzierte Maxim zum ersten Mal seine Songs selbst vor und brachte sich so wesentlich mehr auch in diesen Prozess ein. Was dabei entstanden ist, sind musikalische Arrangements, die stark am Zeitgeist kleben.

Was gleich bleibt, sind die Texte. Maxim erzählt Geschichten wie die mit Unterstützung von Materia vom rastlosen „Tourist“, dessen Leben beinahe inhaltslos ist. Laut eigenen Aussagen ist in den letzten Jahren erfreulicherweise genug bei ihm geschehen, sodass seine Texte nicht an der Oberfläche kratzten. Bei Zeilen wie „Mehr sein als der Treibsand, in dem ich gleich versink“ liegt allerdings der Vorwurf nahe: Da muss doch „Mehr sein“. Doch nimmt man Notiz von der neuen, fast clubtauglichen Klangfarbe, der Maxim trotzt und seinen Grundton beibehält, bleibt unterm Strich stehen: „Das Bisschen was wir sind“ zeigt viel von dem, was Maxim sein kann.

Maxim auf Tournee:

02.09.2016, Fritz DeutschPoeten, IFA Sommergarten

19.11.2016, Bremen, Schlachthof

20.11.2016, Hamburg, Uebel&Gefährlich

21.11.2016, Berlin, Astra Kulturhaus

23.11.2016, Leipzig, Täubchenthal

24.11.2016, München, Muffathalle

27.11.2016, Stuttgart, Im Wizemann

28.11.2016, Frankfurt, Batschkapp

29.11.2016, Köln, Gloria

tsch

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