Jake Bugg: On My One

Einsame Angelegenheit

Jake Bugg - On My One

Für sein drittes Album wurde der britische Songwriter Jake Bugg zur One-Man-Band. Noch nie klang er so vielseitig wie auf „On My One“.

In Nottingham, der Heimatstadt des britischen Songwriters Jake Bugg, sprechen die Leute ein bisschen anders. Statt „on my own“ - zu Deutsch „ohne Hilfe“ oder „alleine“ - nuscheln sie sich dort eher ein „on my one“ zurecht. Genau so hat Bugg nun sein drittes Album genannt. Weil es nämlich eine ziemlich einsame Angelegenheit war: Bugg schrieb die Songs erstmals ohne Hilfe von anderen Komponisten, spielte von Gitarre über Bass bis zum Schlagzeug alle Instrumente selbst ein und produzierte das Album obendrauf sogar. Eine Art One-Man-Band, wenn man so will. Trotzdem oder gerade deswegen ist „On My One“ das abwechslungsreichste Album, das der 22-Jährige bis dato aufgenommen hat.

Zarte 17 Jahre war Bugg alt, als er seinen Plattenvertrag unterzeichnete, sein selbstbetiteltes Debütalbum schaffte es sofort an die Spitze der britischen Charts. Damit ist Bugg der jüngste britische Sänger, dem das gelang. Er wurde für sämtliche Musikpreise nominiert und veröffentlichte nur zwölf Monate später sein von Kritikern ebenfalls gelobtes zweites Album. Heute bezeichnet Bugg jene Zeit als seine „musikalische Ausbildung“. Auf seinem dritten Album wollte er neue Wege gehen. Dinge ausprobieren. Sich selbst herausfordern. Und sich von niemandem reinreden lassen.

„Three years on the road / Four hundred shows / Where do I call home? / No place to go“, singt er in dem bluesigen Eröffnungsstück. Einsamkeit ist ein wiederkehrendes Thema auf „On My One“, was ganz einfach daran liegt, dass Bugg in den letzten Jahren viel alleine war. Auf Tour, am anderen Ende der Welt. Eine weinerliche Angelegenheit ist das Album trotzdem nicht. Die Single „Gimme The Love“ überrascht mit einem funky Groove, während Bugg in „Ain't No Rhyme“ über HipHop-Beats rappt.

Dazwischen mischt er Country, Folk und Blues wie in „Livin' Up Country“, reduzierte Balladen wie „All That“ und die Synth-Pop-Slow-Dance-Nummer „Never Wanna Dance“. Das Gitarrensolo in „Bitter Salt“ derweil hätte auch Jefferson Airplane gut gestanden. Kurzum: „On My One“ ist so bunt wie das Cover der Platte. „Genres sind mir egal“, hat Bugg über die Platte gesagt. „Es gibt nur gute oder schlechte Songs.“ Er hat eine Menge gute geschrieben.

tsch

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